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Welt

Republikaner McCain triumphiert in Florida

Nach einem aggressiven Wahlkampf hat der Republikaner John McCain in Florida einen deutlichen Sieg über seinen schärfsten Konkurrenten, Mitt Romney, errungen. Rudolph Giuliani steht vor dem Aus.

John McCain lächelt (Quelle: AP)

Hat gute Chancen Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden: John McCain

John McCain kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 36 Prozent, Romney auf 31 Prozent. Abgeschlagen hinter McCain und Romney waren der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, der nur 15 Prozent erhielt, und der frühere Baptistenpfarrer Mike Huckabee, der auf 13 Prozent kam. Fünfter war der Abgeordnete Ron Paul mit drei Prozent. McCain kann somit 57 Delegierte des Bundesstaates für sich verbuchen und geht insgesamt in Führung. "Unser Sieg hat nicht die Ausmaße eines Erdrutsches, aber er ist dennoch sehr süß", sagte McCain nach seinem Triumph. Der Senator zeigte sich zuversichtlich, neuer Präsident der Vereinigten Staaten zu werden

Sein Sieg bedeutet nicht nur, dass er neue Spenden einsammeln kann, sondern er hat auch gezeigt, dass er in einem Bundessstaat bestehen kann, in dem nur Republikaner an die Wahlurnen gehen dürfen. McCain hat ein gespaltenes Verhältnis zu vielen Republikanern, die ihn als zu liberal bezeichnen. Seine bisherigen Erfolge wurden vor allem den Stimmen von unabhängigen Wählern zugeschrieben.

Giuliani vor Rückzug

Das Rennen bei den Republikanern ist aber weiter offen. Der zweitplazierte Mitt Romney, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts, wird weitermachen, genauso wie Mike Huckabee, der ehemalige Gouverneur von Arkansas. Er wurde zwar nur vierter, aber blickte voller Optimismus nach vorn. "Nächste Woche, wenn wir in Missouri, Oklahoma, Arkansas, Tennessee, in Alabama und Georgia und all den anderen Staaten antreten, in denen wir in den Umfragen führen – und wir werden auch in der nächsten Woche noch führen – habe wir eine großartige Gelegenheit, Gewinne einzustreichen bis zur Nominierung und schließlich bis zum Weißen Haus."

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani wird mit ziemlicher Sicherheit bei den nächsten Vorwahlen aber nicht mehr mit dabei sein. Er war im letzten Jahr lang als der Favorit bei den Republikanern gefeiert worden und hatte seinen Wahlkampf ganz auf Florida konzentriert. Der dritte Platz dort ist für ihn daher eine Niederlage, die er nicht einfach wegstecken kann. Er wird vermutlich am Mittwoch seinen Rückzug aus dem Rennen bekannt gegen. "Aber egal ob verloren oder gewonnen, unsere Arbeit ist noch nicht beendet", sagte er. "Denn Führer träumen von einer besseren Zukunft. Und dann helfen sie, sie Wirklichkeit werden zu lassen." Es heißt, dass er den Gewinner von Florida McCain unterstützen wird.

Symbolischer Sieg für Clinton

Auf der demokratischen Seite siegte Hillary Clinton mit 50 Prozent. Barack Obama kam auf 33, Ex-Senator John Edwards erhielt 14 Prozent. Für Hillary Clinton bringt der Vorsprung vor Obama keine Delegierten für den Nominierungsparteitag Ende August in Denver, Colorado. Denn Florida gehört zu den Staaten, die ihre Vorwahlen vorgezogen und dabei gegen die Richtlinien der demokratischen Partei verstoßen hatten. Zur Strafe sollen die Stimmen ihrer Delegierten in Denver nicht zählen.

Clinton bekräftigte jedoch die Absicht, für eine Anerkennung der Stimmen in Florida zu kämpfen. Sie zeigte sich überwältigt von der Wahlbeteiligung. "Die Menschen in Florida wollten, dass ihre Stimme gehört wird bei den Fragen, die die Nation und die Welt betreffen. Ich bin begeistert, dass ich dieses Vertrauensvotum heute von Euch bekommen habe. Und ich verspreche, dass die Delegierten aus Florida an dem Nominierungsparteitag teilnehmen können und dass ihre Stimmen auch zählen", sagte sie.

Wie sie das erreichen will, ist noch nicht klar. Die demokratischen Bewerber um die Nominierung hatten verabredet, in Florida keinen Wahlkampf zu betreiben. Weder Obama noch Edwards waren an diesem Abend in Florida. Sie konzentrierten sich schon auf den so genannten "Super-Tuesday" am 5. Februar, an dem beide Parteien in über 20 Bundesstaaten ihre Vorwahlen abhalten. Nach dem bisherigen knappen Rennen kann es allerdings sein, dass auch dieser Tag weder Demokraten noch Republikanern eine Entscheidung bringt.

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