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Musik

Chopin in Warschau

Frédéric Chopin verbrachte die Hälfte seines Lebens in Warschau. In dieser Stadt wuchs er auf, hier lernte er, gab seine ersten Konzerte. Im Jubiläumsjahr steht die Stadt ganz im Zeichen des Komponisten.

Patrizierhäuser auf dem Marktplatz der polnischen Hauptstadt Warschau (Foto: dpa)

Patrizierhäuser auf dem Marktplatz der polnischen Hauptstadt

Besondere Attraktionen nicht nur musikalischer Art warten dieses Jahr auf die Touristen, die nach Warschau kommen. Die Stadtverwaltung hat eine Touristenroute vorbereitet: "Auf Spuren Chopins". An jedem Ort, mit dem Chopin in Verbindung stand, kann man sich auf eine speziell ausgerüstete Bank setzten. Hier kann man Chopins Aufnahmen hören und die Route im Stadtplan studieren. Das Angebot wird bereits jetzt trotz der Kälte benutzt.

Zum Geburtstag des Komponisten am 1. März hat das Nationale Chopin-Institut ein attraktives Konzertangebot vorbereitet. Vom 22. Februar bis zum 1 März treten in Warschau die Stars der internationalen Pianisten-Szene auf: Ivo Pogorelic, Piotr Anderszewski, Evgeny Kissin, Garrick Ohlson und Rafal Blechacz – um einige zu nennen. Der nächste Höhepunkt des Chopin-Jahres ist für August geplant. In diesem Monat findet in Warschau das Festival "Chopin und sein Europa" statt. Vier Wochen lang werden Chopins Musik und ihre Interpreten zu hören sein.

Chopins Geburtshaus

Geburtshaus von Chopin bei Warschau (Foto: Chopin Museum Warschau/Kwieciinska)

Das Geburtshaus von Chopin in der Nähe von Warschau

Aus Anlass des Jubiläumsjahres wurde auch das Geburtshaus von Chopin renoviert, ein kleines Herrenhaus in der Ortschaft Zelazowa Wola bei Warschau. Restauriert wurde auch die Kirche im nahe gelegenen Dorf Brochow. Hier wurde Chopin getauft, hier heirateten auch seine Eltern: der Franzose Nicolas Chopin und die polnische Adelige Justyna Krzyzanowska. "Wir haben diese Kirche schön eingerichtet. Im Fachjargon: Wir haben es hier mit einem touristischen Produkt zu tun, mit einer Attraktion für jeden polnischen oder ausländischen Touristen, der einige Zeit in Chopins Umgebung verbringen möchte" - meint Waldemar Dąbrowski, der Präsident des Chopin-Jahr-Komitees in Warschau.

Chopin multimedial

Die Touristenroute, Konzerte und andere Veranstaltungen um das Leben Chopins sind nicht alles. Das wichtigste Ereignis des Chopin-Jahres in Warschau war die Errichtung des Chopin-Zentrums mit einem Museum des Komponisten. Es hat im barocken Ostrogski-Palais im Warschauer Stadtzentrum seinen Platz gefunden. Hier werden Manuskripte oder Gegenstände aus Chopins Leben nicht nur ausgestellt, sondern auch multimedial präsentiert. Die Gründer des Museums legen großen Wert darauf, jedem Besucher ein individuelles Angebot bieten zu können. Beim Eintritt in das Museum kann man zwischen einem Profi- und einem Laienmodus wählen. Abhängig davon wird auf speziellen Chipkarten ein individuelles Besuchsprogramm gespeichert. "Man kann so das Programm mit Grundwissen oder das mit Fachkenntnissen wählen. Warschau und Polen können stolz auf so ein modernes Museum sein", meint Aleksander Laskowski vom Chopin-Jahr- Komitee in Warschau.

Internationales Echo

Geldschein: Polen feiert Chopin (Foto: ap)

Polen feiert Chopin auch auf seinen Geldscheinen

Der erste Höhepunkt des Chopin-Jahres findet an seinem Geburtstag statt. Am 1. März wird das Gala-Konzert aus der Warschauer Oper von mehreren europäischen Radio- und Fernsehstationen live übertragen. Der nächste Höhepunkt kommt im Herbst. Dann wird die legendäre argentinische Pianistin Martha Argerich nach Warschau kommen. Sie wird den 16. Chopin-Wettbewerb eröffnen und an der Arbeit der Jury teilnehmen. Der traditionsreiche Wettbewerb beginnt am 3. Oktober. Er zählt zu den wichtigsten Pianisten-Wettbewerben der Welt. Der Sieger oder die Siegerin wird in der Nacht vom 20 auf den 21 Oktober bekannt gegeben. Das Chopin-Jahr wird nicht nur in Polen sondern in der ganzen Welt gefeiert. "Es sind weltweit 40 Ehrenkomitees zum Chopin-Jahr entstanden. Die Beteiligten sind nicht nur Musiker. Es sind auch Politiker, Schriftsteller, Dichter, Journalisten. Die Namenslisten in einzelnen Ehrenkomittees sind beeindruckend und das macht sich auch bei den Veranstaltungen bemerkbar" – urteilt der Präsident des Chopin-Jahr-Komitees Waldemar Dąbrowski. Seiner Meinung nach bedeutet das Jahr für Polen eine einmalige Chance, das Interesse der Welt für Polen über die Musik Chopins zu lenken.

Autorin: Agata Kwiecińska

Redaktion: Gudrun Stegen

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