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Politik

China entdeckt seine Partner in Afrika wieder

Chinas Staatspräsident Hu Jintao soll beim Asiatisch-Afrikanischen Gipfel alte Bündnisse wiederbeleben - fast ohne politische Bedingungen. Mit Entwicklungshilfe will sich China mehr Einfluss in Afrika verschaffen.

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Das Reich der Mitte pflegt alte Freundschaften aus Maos Zeiten

Vom 21. bis 24. April 2005 treffen sich asiatische und afrikanische Staaten zum Gipfel in Jakarta - ein Treffen mit Erinnerungen: 1955 lud der indonesische Präsident Sukarno 29 Staaten zum ersten Asien-Afrika-Gipfel nach Bandung, nahe Jakarta, ein. Es war der Startschuss für die Blockfreien-Bewegung - auch wenn diese formell erst 1961 in Belgrad gegründet wurde. Oskar Weggel vom Institut für Asienkunde in Hamburg betont, dass China schon damals auf der Bandung-Konferenz zusammen mit Indien und Indonesien im Wesentlichen den Ton angegeben habe.

Respekt und keine Einmischung

Der chinesische Premier Zhou Enlai brachte die fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz nach Bandung: Souveränität, keine gegenseitigen Angriffe, keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten, Gleichberechtigung und gegenseitiger Nutzen. Diese Prinzipien seien dann von Bandung aus für die gesamte Dritte Welt verabschiedet worden.

Das von Bandung ausgehende Hoffnungssignal für einen gemeinsamen "Aufbruch der Dritten Welt" währte allerdings nicht lange. Bereits der Ausbruch des Grenzkrieges zwischen China und Indien 1962 stellte die gemeinsamen Ziele in Frage. In China folgten zuerst die Kulturrevolution - und dann ab 1978 wirtschaftliche Reformen, die eine starke Annäherung an die westlichen Industrienationen mit sich brachten. China wurde zur globalen Weltbank und zu einem Magneten für westliche Groß-Investitionen.

Entwicklungshilfe, Energie und Schuldenerlass

Hu Jintao mit Thumbnail

Chinas Präsident Hu Jintao soll in Jakarta alte Bündnisse auffrischen - China will mehr Einfluss in Afrika

Mit dem wirtschaftlichen Erfolg wuchs auch das politische

Selbstbewusstsein in China. Nicht nur in Asien versucht China heute, bei allen wichtigen regionalen Foren mitzumischen, auch an die alten Verbündeten in Afrika scheint man sich nun wieder verstärkt zu erinnern.

Gu Xuewu, Professor am Ostasien-Institut in Bochum, teilt die Bemühungen Chinas um mehr Einfluss in Afrika in drei Bereiche auf: "Erstens: großzügige Entwicklungshilfe, vor allem sichtbare Projekte wie Sportstadien, Regierungsgebäude, moderne Straßen. Zweitens: Schuldenerlass für die ärmsten Länder in Afrika - da hat China einen absoluten Vorsprung vor Japan, Europa und den USA. Und drittens: verstärkte Zusammenarbeit im Bereich Energie."

Einzige Bedingung: Taiwan bleibt draußen

Mehr als 600 chinesische Unternehmen sind in Afrika aktiv,

aufgeteilt auf 49 Länder. Die wirtschaftlichen Aktivitäten werden von der Regierung in Peking politisch mit der Formel einer "Süd-Süd-Kooperation" flankiert. Damit möchte sich China von westlichen Ländern unterscheiden, die im Umgang mit Entwicklungsländern meist Demokratie und Menschenrechte einfordern. China dagegen stelle keinerlei politische Forderungen, erklärt Gu. "Die einzige Bedingung ist: keine diplomatische Beziehung zu Taiwan. Dieses Verhalten löst bei den Afrikanern kaum Unbehagen aus."

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