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Politik

Bewegung ohne Einfluss

Vom 17.-19. August findet in Durban die 14. Ministerkonferenz der Blockfreien statt. Ein Hintergrund zur Organisation der armen und politisch wenig einflussreichen Länder.

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Einer der Vorkämpfer der Blockfreien: Jugoslawiens Staatschef Tito


Zwei frühe Produkte der Nachkriegsordnung waren der "Kalte Krieg" und die "Bewegung der Blockfreien". Die Bewegung entstand aus dem Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus, sowie der leidenschaftlichen Forderung, die UN-Charta zu achten. 1955 trafen sich auf Anregung des indischen Premierministers Jawaharlal Nehru zwei Dutzend Politiker aus Asien und Afrika in der Stadt Bandung auf der indonesischen Insel Java. Dieses Treffen ging als Asien-Afrika-Konferenz in die Geschichte ein, an der Gastgeber Sukarno und der ägyptische Staatschef Gamal Abdal Nasser an herausragender Position teilnahmen.

Politische Alternative


Als Vorkämpfer einer alternativen weltpolitisch relevanten Gruppierung stieß der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito dazu. Auf einem Treffen 1956 in Jugoslawien und 1961 in Kairo bereiteten sie die erste Konferenz der blockfreien Staaten vor, die dann im September 1961 in Belgrad stattfand. Angesichts der atomaren Aufrüstung der damaligen Atommächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich - VR China folgten erst ein paar Jahre später - endete die Konferenz mit einem Abrüstungsappell.

Unabhängigkeit und friedliche Koexistenz zwischen unterschiedlichen Gesellschaftssystemen waren die politischen und ideologischen Eckpfeiler der Blockfreien. Die Gründungsmitglieder wie auch die Neumitglieder kamen überein, ohne Sitz und ohne formale Statuten und Geschäftsordnung zu arbeiten. Der jeweilige Staats- oder Regierungschef des gastgebenden Landes ist zugleich Vorsitzender, die laufenden Geschäfte übernehmen sein Außenminister und der Vertreter bei der UN.

Blockfrei und beweglich

Der Grundgedanke bestand darin, durch ständige Rotation den Charakter der Bewegung auch äußerlich zu dokumentieren. Die regelmäßigen Sitzungsperioden der UN böten darüber hinaus genügend Zeit und Raum, alle administrativen und politischen Belange der Blockfreien in New York zu regeln.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die Blockfreien jeglichen Einfluss auf weltpolitische Entwicklungen eingebüßt. Abgesehen von Schwellenländern wie Indien und China finden sich unter den 114 Mitgliedern - Jugoslawien ist seit 1992 suspendiert - die Armenhäuser dieser Welt. Dennoch halten sie an ihrer Organisation und an ihren Zielen fest, und diesmal lädt Südafrika die Mitglieder zur Konferenz auf Ministerebene nach Durban ein (17.-19.8.). Daran schließt sich eine Regierungskonferenz an, um Vorbereitungen für die zweite Asien-Afrika-Konferenz im Jahr 2005 zu treffen, die zeitlich mit der 14. Gipfelkonferenz der Blockfreien zusammenfällt - 50 Jahre nach dem Treffen in der Stadt Bandung.

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