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Bundesliga

BVB-Spieler baten Watzke um Verlegung

Hat BVB-Boss Watzke die Gespräche mit der Dortmunder Mannschaft nach dem Anschlag auf den Teambus falsch wiedergegeben? Offenbar gab es vor der verschobenen Partie gegen den AS Monaco heftige Diskussionen.

"Niemand hat den Wunsch geäußert, nicht anzutreten, auch am Folgetag nicht", so hat BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von den Gesprächen berichtet, die nach dem Bombenanschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus stattgefunden hatten. Er habe "ja nicht umsonst der Mannschaft freigestellt, dass jeder Spieler, der sich nicht in der Lage fühlt zu spielen, das selbstverständlich bis zum Nachmittag sagen kann. Auch der Trainer hatte selbstverständlich das Recht, darauf hinzuweisen. Aber mit einem solchen Szenario bin ich kein einziges Mal konfrontiert worden", so Watzke. Es ging damals darum, ob es den unter Schock stehenden Spielern zuzumuten sei, nur 24 Stunden später zum Heimspiel gegen den AS Monaco anzutreten.

Laut Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit" stimmt diese Darstellung aber nicht. Denn offenbar gab es eine heftige Auseinandersetzung der Mannschaft mit der Vereinsführung über den Umgang mit dem Anschlag und der kurzfristigen Neuansetzung durch die UEFA.

Wie die "Die Zeit" in ihrer am Donnerstag erscheinenden neuesten Ausgabe berichtet, hatten mehrere Spieler während einer Mannschaftssitzung vor dem Abschlusstraining für das Nachholspiel gegen AS Monaco am 12. April (2:3) für eine weitere Verschiebung oder Absage der Partie plädiert, darunter auch Nationalspieler Marco Reus. Reus sei aufgestanden und habe im Namen der Mannschaft dem Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gesagt: "Ich halte es für falsch, dass wir heute Abend spielen." Daraus habe sich ein Wortwechsel mit Watzke entwickelt. Als Reaktion habe sich erst Gonzalo Castro zu Wort gemeldet und Reus' Sicht unterstützt, schließlich auch drei weitere Spieler.

Reus: "Kein Streit"

1. Bundesliga 32. Spieltag | BVB Dortmund vs Hoffenheim - Tor 1:0 (Getty Images/AFP/S. Schuermann)

Dortmunds Flügelstürmer Marco Reus

Reus räumte die Meinungsverschiedenheit mit Watzke indirekt ein, bestritt ein Zerwürfnis mit dem Geschäftsführer aber energisch. "Aki Watzke und ich hatten und haben keinen Streit, sondern ein gewachsenes Vertrauensverhältnis", sagte Reus der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" und dem "RevierSport". "Und das beinhaltet, dass man auch mal anderer Meinung sein kann und offen über gewisse Dinge diskutieren kann."

Die Presseabteilung des BVB konkretisierte dies auf "Zeit"-Anfrage mit den Worten: "Kein Profi aus dem Monaco-Kader" habe gegenüber Watzke "den Wunsch geäußert, am Abend nicht spielen zu wollen". Reus und Castro standen beim betreffenden Hinspiel nicht im Aufgebot. Verbrieft ist, dass Watzke den Spielern angeboten hat, dass sie nicht spielen müssen, wenn sie es nicht wollen. Dies bestätigte auch Reus: "Aki hat uns nach dem Anschlag angeboten, dass die Spieler, die nicht auflaufen wollen, sich noch bis zum Nachmittag melden können."

Gemeinsame Position

Der am Dienstag entlassene Trainer Thomas Tuchel hatte nach der Champions-League-Partie die Ansetzung kritisiert. Es habe die Spieler unendlich geschmerzt, "dass hier ein Viertelfinale zu Hause stattfindet und sie sich da wie reingeschoben fühlen". Watzke verteidigte sich. "Es hätte am Nachmittag des Spieltags immer noch die Möglichkeit gegeben, nicht anzutreten. Wir hätten das mit der UEFA gelöst. Aber das wollte offenbar niemand, denn dieses Angebot bestand ja. Wir waren nach mehreren Gesprächen sehr sicher, eine gemeinsame Position mit dem Trainer zu haben", sagte der BVB-Boss der "Zeit".

Wie die Wochenzeitung weiter berichtet, war das Verhältnis zwischen Trainer und Verein seit dem vergangenen Sommer angespannt, nachdem Borussia Dortmund, anders als versprochen, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan verkauft hatte. Tuchel habe dies als Vertrauensbruch gewertet.

asz/ck (sid, dpa)

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