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Fußball

BVB entspannt, Bayer 04 unter Druck

Dortmund und Leverkusen gehen mit völlig konträren Ausgangspositionen in die Achtelfinal-Rückspiele der Europa League. Der BVB steht vor einem vermeintlichen Kinderspiel, die Werkself dagegen vor einer Herkulesaufgabe.

Die Ausgangslage bei Borussia Dortmund ist komfortabel, der Respekt vor der anstehenden Aufgabe dennoch groß. "In London wird die Bude brennen. Wir müssen hellwach sein, denn uns wird ein anderer Gegner gegenüberstehen", warnte BVB-Außenverteidiger Marcel Schmelzer vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Dortmunder in der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr MEZ) bei Tottenham Hotspur. Einen ähnlichen Spaziergang wie beim 3:0 vor einer Woche erwartet auch Sportdirektor Michael Zorc nicht: "Wir sind noch nicht durch. Es hat in der Europapokalgeschichte schon viele Überraschungen gegeben."

Diese Vorsicht kann zumindest nicht falsch sein. Erstens fallen Ilkay Gündogan und Sven Bender verletzt aus. Zweitens schärft der Blick auf die jüngste Heimbilanz des Gegners die BVB-Sinne. Immerhin sind die "Spurs" auf europäischer Ebene vor eigenem Publikum seit neun Spielen ungeschlagen und gewannen die letzten beiden Partien an der White Hart Lane gegen den AC Florenz (3:0) und gegen AS Monaco (4:1) jeweils mit drei Toren Unterschied. Nicht zuletzt deshalb hat Tottenhams Abwehrspieler Kevin Wimmer den Glauben an ein kleines Fußballwunder nicht verloren. "Das noch zu drehen, ist nicht die einfachste Aufgabe. Sie ist fast unlösbar gegen einen Gegner wie Dortmund. Aber wenn uns ein frühes Tor gelingt, ist vielleicht noch etwas möglich", sagte der ehemalige Kölner.

Der Spaßfaktor

Ben Davies (l.) von Tottenham Hotspur und Erik Durm (r.) von Borussia Dortmund im Zweikampf (Foto: picture-alliance/Sport Moments/Hufnagel)

Erik Durm (r.) will auch im Rückspiel direkt Gas geben

Gleichwohl hält BVB-Allrounder Erik Durm wenig davon, den Vorsprung nur zu verwalten: "Wir freuen uns auf das Stadion und wir spielen auf das erste Tor." Der in diesem Jahr noch ungeschlagene Bundesliga-Zweite scheint für das neuerliche Duell mit dem Zweiten der Premier League gerüstet. In zehn von 13 Rückrundenspielen blieb der BVB ohne Gegentor. Das führt Mittelfeldspieler Nuri Sahin auf den gut besetzten Kader zurück: "Jeder Spieler ist sofort da, wenn er aufgestellt wird, und bringt seine Leistung. Es macht einfach Spaß, egal wie wir aufgestellt sind."

Kaum vorstellbar, dass Tottenham-Coach Mauricio Pochettino wie im Hinspiel in Dortmund erneut einige Stars für den Meisterkampf in der Premier League schont. Es wird damit gerechnet, dass er nun auf die Bestbesetzung zurückgreift. Nach dem 2:0 bei Aston Villa ist die Zuversicht des Trainers gewachsen: "Es war ein sehr wichtiger Sieg, weil wir in Dortmund nicht gut ausgesehen haben. Nun wollen wir das Ergebnis umdrehen."

Bayer braucht ein Wunder

Die Leverkusener Spieler Marlon Frey, Jonathan Tah und Hakan Calhanoglu (l.-r.) blicken frustriert zu Boden (Foto: picture-alliance/dpa/F.Gambarini)

Der Frust muss aus den Köpfen: Marlon Frey, Jonathan Tah und Hakan Calhanoglu (l.-r.) nach der Pleite in Villarreal

Ganz anders stellt sich dagegen die Situation für den zweiten deutschen Vertreter in der Europa League, Bayer 04 Leverkusen, dar. Die Werkself geht mit einer denkbar schlechten Ausgangsposition, einem halben Dutzend Verletzter und einem Trainer, der im Kreuzfeuer der Kritik steht, in das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Villarreal (19.00 Uhr MEZ). Doch trotz der schlechten Vorzeichen träumt Bayer von einem magischen Abend gegen die Spanier, die nach dem 2:0-Hinspielsieg nun klar im Vorteil sind.

"Es ist noch nicht vorbei. Mit einer Topleistung ist am Donnerstag noch etwas möglich", sagt aber Bayer-Trainer Roger Schmidt, der allen Widrigkeiten trotzen und nach dem früheren Ausscheiden in der Champions League eine Etage tiefer mit der Werkself die Europatournee unbedingt fortsetzen will. "Wir haben zu Hause schon oft bewiesen, dass wir imstande sind, etwas Außergewöhnliches zu leisten", so der 49-Jährige weiter.

Der Glaube

Hamburgs Artjoms Rudnevs (l.) und Leverkusens Ömer Toprak (r.) kämpfen um den Ball (Foto: picture-alliance/dpa/G. Kirchner)

Ömer Toprak (r.) verletzt sich im Spiel gegen den HSV

Auch Sportchef Rudi Völler glaubt an ein kleines Wunder: "Es wird schwer, aber noch ist nichts verloren. Wenn wir eine absolute Topleistung zeigen, können wir zu Hause das Spiel drehen." Doch leicht wird das angesichts der dezimierten Personaldecke der Leverkusener nicht. Abwehrchef Ömer Toprak hatte sich beim 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV am Sonntag erneut einen Muskelfaserriss zugezogen und das Bayer-Lazarett weiter gefüllt. Verteidiger Tin Jedvaj ist gegen die Spanier gesperrt. Die Ausfälle müssten halt durch Geschlossenheit, Leidenschaft und großen Einsatz kompensiert werden, forderten sowohl Schmidt als auch Völler.

"Siege sorgen immer für eine breitere Brust, und die können wir gegen Villarreal sicher gut gebrauchen", sagte Innenverteidiger Jonathan Tah, der es wohl mit Villarreal-Torjäger Cedric Bakambu zu tun bekommt, der im Hinspiel in Spanien beide Treffer erzielt hatte. Derweil äußerte sich der gegen den HSV überragende Torwart Bernd Leno kämpferisch: "Villarreal mit seiner Betonabwehr ist noch mal ein ganz anderes Kaliber als der HSV. Wir müssen wohl zu null spielen, es wird schwer. Aber wir alle brennen darauf, in der BayArena die Sensation zu schaffen."

Die beiden Europa-League-Spiele mit deutscher Beteiligung können Sie im DW-Liveticker verfolgen. Los geht es jeweils rund 15 Minuten vor Anpfiff.

ck/jhr (dpa, sid)

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