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Politik

Bush zu Blitzbesuch in Bagdad

Nach fünfstündiger Dauer hat US-Präsident George W. Bush am Dienstagabend einen überraschenden Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad beendet.

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Bush bei Al-Maliki

Der Besuch war bis zur Ankunft Bushs in der irakischen Hauptstadt aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden. Selbst Ministerpräsident Nuri al-Maliki Al-Maliki wusste offenbar vorher nichts. Nach der Landung flog Bush mit einem Hubschrauber vom Flughafen in die stark gesicherte Grüne Zone, wo er sich in der US-Botschaft mit Al-Maliki traf. Der Ministerpräsident war unter dem Vorwand in die Botschaft geladen worden, an einer Videokonferenz des US-Präsidenten und dessen Sicherheitsberatern über die Lage im Irak teilzunehmen. Die Videokonferenz fand übrigens wie geplant statt -mit dem einzigen Unterschied, dass Bush nicht neben seinen Beratern auf seinem Landsitz Camp David, sondern neben Al-Maliki in Bagdad saß.

Der Besuch war unter strengster Geheimhaltung bereits seit einigen Wochen vorbereitet worden, wie Präsidentenberater Dan Bartlett sagte. Das Weiße Haus wartete jedoch mit der Reise bis zur Komplettierung des Kabinetts von Al-Maliki in der vergangenen Woche. Bush hatte bereits Ende 2003 am Thanksgiving Day, dem amerikanischen Erntedankfest, unter strengster Geheimhaltung die US-Truppen in Bagdad besucht.

Irakische Regierung in der Verantwortung

"Ich weiß zu schätzen, dass Sie die Tatsache anerkennen, dass die Zukunft ihres Landes in ihren Händen liegt", sagte Bush in Bagdad. Die Entscheidungen des neuen Kabinetts würden jetzt darüber entscheiden, ob der Irak sich selbst regieren und verteidigen könne.

Bush würdigte den Umstand, dass Regierungschef Maliki eine Regierung der nationalen Einheit mit Beteiligung aller Religionsgruppen gebildet hat. "Dieses Kabinett repräsentiert die gesamte irakische Bevölkerung", sagte Bush.

Der US-Präsident hat nach eigenen Worten während seines auf fünfeinhalb Stunden befristeten Aufenthalts mit der irakischen Führung über Strategien für die Verbesserung der Sicherheitslage sowie über den Wiederaufbau und die Wirtschaft gesprochen. Dabei bezeichnete der US-Präsident den Irak erneut als Hauptfront im Kampf gegen den
internationalen Terror.

75.000 Soldaten für Bagdad

Um in Bagdad für mehr Sicherheit zu sorgen, will die Regierung vom Mittwoch (14.6.2006) an bis zu 75.000 irakische und ausländische Soldaten in der Hauptstadt stationieren, wie aus dem Innenministerium verlautete. Ministerpräsident Al-Maliki will laut einer am Dienstag veröffentlichten Presseerklärung Einzelheiten für die Sicherung Bagdads in den kommenden Tagen bekannt geben. Unter anderem sollen die Straßen nach Bagdad und aus der Stadt heraus gesichert, das Tragen von Waffen verboten und eine Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 06.00 Uhr erlassen werden. (kas)

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