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Politik

Bush bleibt unkonkret

Freiheit und Demokratie will Bush in die Welt bringen. Die Wahl der Mittel ließ er in seiner Rede nach der Vereidigung als US-Präsident jedoch offen. Der Iran steht auf seiner Arbeitsliste ganz oben - nach dem Irak.

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Mit Gottes Hilfe

Das "Überleben der Freiheit" in den USA hänge in wachsendem Maße vom Erfolg der Freiheit in anderen Ländern ab, sagte Bush am Donnerstag (21.1.2005) nach seiner Vereidigung in Washington. Zugleich stellte er den traditionellen Alliierten der USA nach dem Irak-Streit eine freundschaftliche Zusammenarbeit während seiner zweiten Amtszeit in Aussicht. Die Zeremonie wurde nicht nur vom Jubel seiner Anhänger, sondern auch von Protesten wütender Demonstranten begleitet.

Mit Gottes Hilfe

Der 58-jährige Republikaner, der im November die Wahl gegen den Demokraten John Kerry gewonnen hatte, wurde vor der Westfassade des Capitols unter freiem Himmel und bei klirrender Kälte vereidigt. Bush leistete den kurzen Amtseid mit der Hand auf der Bibel. Abgenommen wurde ihm der Eid von dem Vorsitzenden des Obersten Gerichts, dem 80-jährigen William Rehnquist.

Bush bezeichnete es in seiner knapp 20-minütigen Rede als Lektion aus den Anschlägen des 11. September 2001, dass "die beste Hoffnung auf den Frieden in unserer Welt die Ausbreitung der Freiheit in der ganzen Welt" sei. Deshalb sei es die Politik der Vereinigten Staaten, "das Wachstum der demokratischen Bewegungen und Institutionen in jeder Nation und Kulturen" zu unterstützen. Dies solle aber nicht in erster Linie mit Waffengewalt geschehen, versicherte er. An die Adresse traditioneller Verbündeter wie Deutschland und Frankreich, mit denen er sich während seiner ersten Amtszeit über den Irak-Krieg überworfen hatte, sagte Bush: "Wir ehren Eure Freundschaft, wir vertrauen auf Euren Rat, und wir brauchen Eure Hilfe."

Iran, Irak, Nahost, Nordkorea

Bush richtete eine scharfe Warnung an "die Herrscher von gesetzlosen Regimes", dass ihre Tage gezählt seien. Konkreter auf seine Agenda für die nächsten vier Jahre ging Bush aber nicht ein. Dies soll erst in seiner Rede zur Lage der Nation am 2. Februar geschehen. Cheney sagte jedoch dem Fernsehsender MSNBC, dass der Iran wegen seines Atomprogramms an der Spitze der Prioritäten des Präsidenten liege. Im weltweiten Vergleich der Länder, von denen möglicherweise Gefahr ausgehe, sei der Iran "an der Spitze der Liste". Cheney bekräftigte jedoch, die USA wollten den Konflikt mit Teheran auf diplomatische Art lösen. Als weitere Prioritäten für die zweite Amtszeit nannte das Weiße Haus die Stabilisierung des Irak, den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern und auch den Stopp des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms.

Tausende Demonstranten

Nach seiner Vereidigung fuhr Bush mit Frau Laura und Töchtern Barbara und Jenna die rund dreieinhalb Kilometer vom Capitol zum Weißen Haus. Dabei schallten seiner im Schritttempo fahrenden Limousine die wütenden Rufe von Demonstranten entgegen, die unter anderem die Rückkehr der US-Soldaten aus dem Irak forderten. Auf Transparenten wurde Bush als Lügner und der schlechteste Präsident aller Zeiten bezeichnet. Trotz der eisigen Temperaturen hatten sich rund 100.000 Menschen zu den Feiern in der Innenstadt versammelt, unter ihnen tausende Demonstranten.

Bälle ohne den Chef

Am Abend wurde unter anderem mit zehn prachtvollen Bällen weiter gefeiert, darunter einer zu Ehren der US-Truppen im Afghanistan und im Irak. Im Eiltempo hat Bush am Donnerstagabend diese Feste zu Ehren seiner zweiten Amtseinführung in Washington absolviert. Um 22.03 Uhr kehrte er mit seiner Frau Laura bereits wieder ins Weiße Haus zurück. Die Galas hatten so mit patriotische Namen wie "Salute the Heroes", "Verfassung", "Freiheit", "Commander in Chief", "Demokratie", "Unabhängigkeit" und "Stars and Stripes". (kap)

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