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Nahost

Bodenoffensive im Libanon immer wahrscheinlicher

Die Anzeichen auf eine bevorstehende Bodenoffensive Israels im Südlibanon verdichten sich. Derweil gehen die Raketenangriffe am zehnten Tag in Folge weiter. Die USA haben sich gegen eine Waffenruhe ausgesprochen.

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Israel hat mehrere Reserve-Bataillone einberufen, berichten internationale Nachrichtenagenturen. Das nährte die Erwartung, dass Israel eine groß angelegte Bodenoffensive im Libanon vorbereitet. Wie viele Reservisten mobilisiert wurden, war zunächst unklar.

Eine Armeesprecherin sagte am Freitag in Tel Aviv, die Zivilbevölkerung im Süden Libanons sei aufgefordert worden, ihre Dörfer zu verlassen. Die Botschaft sei über lokale Medien und Kommunalvertreter verbreitet worden. Das Gebiet südlich des Flusses Litani solle Richtung Norden geräumt werden. Zeugen berichteten, israelische Flugzeuge hätten im Südlibanon Flugblätter abgeworfen, in denen die Zivilbevölkerung zur Flucht über den Litani-Fluss aufgefordert worden sei.

USA evakuieren aus Libanon

US-Bürger werden per Schiff aus dem Libanon evakuiert

Die Vereinten Nationen gehen von mittlerweile rund 500.000 Binnenflüchtlingen aus. Trotz internationaler Appelle zur Mäßigung setzten die israelischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf Ziele im Libanon am Freitag den zehnten Tag in Folge fort. Angriffe wurden unter anderem erneut aus der Hauptstadt Beirut gemeldet, aus der Region um die Hafenstadt Tyrus und dem Bekaa-Tal im Osten. In Baalbek schossen Kampfjets nach Berichten von Augenzeugen Raketen auf Wohngebiete ab.

Gegenseitige Drohungen

Die libanesische Armee ist nach den Worten des Beiruter Verteidigungsministers Elias Murr bereit, das Land im Falle einer israelischen Invasion zu verteidigen. "Die libanesische Armee wird Widerstand leisten und beweisen, dass sie Respekt verdient", erklärte Murr am Freitag in Beirut.

USA gegen Waffenruhe

Keine Hilfe

Nach einem Angriff auf einen südichen Vorort von Beirut

Die USA haben UN-Forderungen nach einer sofortigen Waffenruhe im Nahen Osten zurückgewiesen und Israel damit weiter ihre Unterstützung bei der Militäroffensive im Libanon ausgesprochen. "Es ist nicht angebracht, über eine Feuerpause zu sprechen, als sei diese das Patentrezept in dieser Situation, wo eine umfassende Lösung fehlt", sagte der US-Botschafter bei der UN, John Bolton, am Donnerstagabend. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan im UN-Sicherheitsrat ein Ende oder zumindest eine Aussetzung der Kämpfe gefordert.

Die Reaktion der USA darauf entspricht der bisherigen Position des Landes: Die USA verzichteten wiederholt darauf, ihren engsten Nahost-Verbündeten Israel zu drängen, die Waffen ruhen zu lassen. Für ein gemeinsames Vorgehen der internationalen Gemeinschaft ist die Unterstützung der Veto-Macht jedoch unerlässlich.

Schon mehr als 4000 deutsche Flüchtlinge

Aus dem Libanon sind bis zum Freitagvormittag insgesamt 4200 Flüchtlinge nach Deutschland gebracht worden. Allein am Donnerstag und Freitag wurden rund 2300 Deutsche mit Chartermaschinen in die Bundesrepublik geflogen, teilte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin mit. 470 Menschen seien mit Schiffen nach Zypern gebracht worden. Im Lauf des Tages würden rund 780 weitere Flüchtlinge aus Zypern und Jordanien nach Deutschland geflogen. Die Bundeswehr plane zudem weitere Flüge nach Syrien. (kas)

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