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Fußball

Blazer gesteht Annahme von Schmiergeld

Chuck Blazer gibt zu, dass er und andere Mitglieder der FIFA-Exekutive Bestechungsgelder bei der Vergabe der WM 2010 in Südafrika akzeptiert haben. Auch vor der Vergabe der WM 1998 soll Geld geflossen sein.

Die Bestechungs-Krise im Fußball-Weltverband FIFA zieht immer weitere Kreise. Der ehemalige FIFA-Funktionär Chuck Blazer hat den US-Behörden als "Whistleblower" und FBI-Kronzeuge gestanden, dass er und andere Funktionäre Bestechungsgelder für ihre Stimme bei der Vergabe der WM-Turniere 1998 und 2010 angenommen haben. Das geht aus dem offiziellen Vernehmungsprotokoll hervor.

Bei einer Anhörung vor einem US-Gericht sagte Blazer, ehemals zweithöchster Funktionär im Fußballverband Nord- und Mittelamerikas und der Karibik (CONCACAF) und Mitglied der FIFA-Exekutive: "Ich und andere aus dem FIFA-Exekutivkomitee haben Bestechungsgelder in Verbindung mit der Wahl Südafrikas als WM-Ausrichter 2010 angenommen."

Woher kam das Geld für die WM 1998?

Zudem gab Blazer zu, im Jahr 1992 Schmiergeldzahlungen organisiert zu haben, als es darum ging, wo die Weltmeisterschaft 1998 stattfinden soll. Die Endrunde vor 17 Jahren war bisher noch nicht in Verdacht geraten. Auch für die Übertragungsrechte des Gold Cups in den Jahren 1996, 1998, 2000, 2002 und 2003 seien Schmiergelder geflossen, sagte Blazer in der Vernehmung. Für das WM-Turnier 1998 bekam letztlich Frankreich, das sich gegen die Mitbewerber Schweiz und Marokko durchsetzte, den Zuschlag. Ob die Zahlungen damals von französischer Seite kamen, wurde allerdings nicht bekannt.

Chuck Blazer und Sepp Blatter heben den Daumen und lachen (Foto: Frank May/dpa)

Ehemals "ziemlich beste Freunde": Blazer und Blatter

Wäre es so, gäbe das Blazers Aussagen eine zusätzliche Schärfe. Schließlich war der heutige UEFA-Präsident Michel Platini damals Vizepräsident des WM-Organisationskomitees der Franzosen. In den vergangenen Jahren positionierte er sich an der Seite von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als einer der Kritiker und FIFA-internen Gegner Sepp Blatters.

Blatter hatte am Dienstagabend für einen Paukenschlag gesorgt, als er vier Tage nach seiner Wiederwahl als FIFA-Präsident ankündigte, von seinem Amt zurückzutreten.

asz/jh (AP, dpa, sid)

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