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Wirtschaft

Autobauer buhlen um IT-Fachleute

Bislang hat nur der deutsche IT-Branchenverband Bitcom vor einem Fachkräftemangel in der Informationstechnologie gewarnt. Jetzt fangen aber auch die Autokonzerne an, sich um IT-Fachkräfte zu prügeln.

Der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung hat in der Autoindustrie nach den Worten des Porsche-Personalvorstands Andreas Haffner eine wahre Schlacht um die IT-Nachwuchskräfte ausgelöst: "Tatsächlich kann man hier von einem 'War for Talents' , einen Krieg um die besten Köpfe, sprechen", sagte er am Dienstag in Stuttgart. "Bei unserer Suche nach Experten stehen wir in unmittelbarem Wettbewerb mit anderen Automobilherstellern, Zulieferern und IT-Firmen."

Übertrieben ist das nicht. So zeigen Stichproben auf den Karriere-Webseiten der großen Autokonzerne, dass IT-Fachleute gleich zu Hunderten gesucht werden. Bei BMW zum Beispiel sind knapp 300 Jobs in den Bereichen Digitalisierung, Forschung und Entwicklung sowie Informationstechnologie zu besetzen. Daimler meldet auf seiner Webseite knapp 500 offene Stellen in diesem Bereich, Audi sucht für 2016 gleich "bis zu 1200 Experten in wichtigen Zukunftsfeldern."

Neue Mobilitätskonzepte...

Die Sportwagenschmiede Porsche braucht allein an ihrem Heimatstandort Zuffenhausen zurzeit mehr als 100 IT-Spezialisten. Die Zahl der Fachkräfte für Digitalisierung soll bis 2019 von derzeit knapp 580 auf mehr als 900 steigen. Programmierer und Softwaredesigner sind in der Autoindustrie immer stärker gefragt. Denn ob Porsches Mutterkonzern Volkswagen, ob Daimler oder BMW - überall entstehen Hunderte neue Stellen, die am "Connected Car" oder dem selbstfahrenden Auto der Zukunft tüfteln sollen.

Die Mitarbeiter von Porsche gehören zu den Spitzenverdienern der Branche. Aber "mit Geld alleine lassen sich die Köpfe nicht locken", sagte Haffner. Der digitale Fachkräfte-Nachwuchs erwarte packende Aufgaben, cooles Umfeld, viel Freiheit und attraktive Angebote zur Vereinbarung von Beruf und Familie.

... brauchen neue Köpfe

Porsche dürfe dabei nicht nur auf Hochschulabsolventen setzen, erklärte Betriebsratschef Uwe Hück: "Man muss nicht studiert haben, um dem digitalen Wandel gewachsen zu sein." Gefragt seien auch digitale Handwerker.

Der Personalbedarf bei Porsche steigt zudem mit dem geplanten Elektro-Sportwagen Mission E. Mehr als 1400 neue Mitarbeiter sollten dafür in der Region Stuttgart eingestellt werden - 400 mehr als zunächst vorgesehen. Obwohl der Absatz bei Porsche in diesem Jahr nicht mehr so stark zulegt wie in den vergangenen Jahren, soll die Beschäftigung kontinuierlich weiter wachsen. Seit 2010 hat die VW-Marke die Mitarbeiterzahl auf aktuell gut 26.000 verdoppelt.