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Wirtschaft

Optimismus trotz Problemen bei Daimler

In den ersten drei Monaten dieses Jahres liefen die Geschäfte für Daimler nicht wie erhofft; obendrein hat die Deutsche Umwelthilfe Klage gegen den Autobauer eingereicht. Dennoch blickt Daimler optimistisch auf 2016.

Daimler ist seinem Ziel, nach mehr als zehn Jahren wieder zum größten Premium-Autobauer der Welt zu werden, ein gutes Stück näher gekommen: 483.000 Pkw verkaufte der Autobauer Daimler in den ersten drei Monaten dieses Jahres - ein Plus von 12,6 Prozent. Die Nutzfahrzeugsparte verkaufte hingegen weniger als im Vorjahrszeitraum.

Mehrere Faktoren hätten das Wachstum von Januar bis März beeinträchtigt, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung in Berlin: Anlaufkosten für das neue Modell, eine starke Nachfrage nach kleineren Autos, die weniger Gewinn abwerfen als die großen, die Schwäche wichtiger Lkw-Märkte. Das Geschäft in China - der größte Markt für Mercedes-Benz Cars - sei zwar stark; hier muss Daimler den Gewinn allerdings mit seinem chinesischen Partner teilen.

Zugleich hat Daimler so wie seine Konkurrenten hohe Kosten zur Entwicklung umweltschonender Motoren, Elektromobilität, autonomen Fahrens und digitaler neuer Dienste zu stemmen. Die Investitionen sollen in diesem und dem kommenden Jahr auf jeweils sieben Milliarden steigen, nach rund fünf Milliarden 2015. Ebenso hoch sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Hoffen auf das zweite Halbjahr

Das zweite Halbjahr werde wie in der Vergangenheit jedoch deutlich besser laufen als das erste, versicherte Zetsche. "Alle Anzeichen sprechen dafür, dass auch 2016 ein gutes Jahr für Daimler wird." In diesem Jahr kommt mit der E-Klasse der traditionell größte Gewinnbringer neu auf den Markt. Beim Pkw-Absatz hatte Mercedes-Benz den Erzrivalen BMW schon zu Jahresbeginn überflügelt, nachdem Daimler im vergangenen Jahr bereits Audi überholt hatte.

2015 stieg das Konzernergebnis fast um ein Viertel auf 8,9 Milliarden Euro, der operative Gewinn wuchs noch stärker um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Die Aktionäre können sich über eine Anhebung der Dividende um ein Drittel auf 3,25 Euro je Aktie freuen.

Schummelt Daimler bei den Abgaswerten?

Ebenfalls am Mittwoch hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wie angekündigt eine Unterlassungsklage wegen Verbrauchertäuschung eingereicht. Die Umwelthilfe wirft dem Autobauer vor, Verbraucher mit Werbung über saubere Dieselmotoren in die Irre zu führen. Der Verein kritisiert eine Einrichtung, die in einigen Dieselmotoren dafür sorgt, dass die Abgasnachbereitung in bestimmten Temperaturbereichen heruntergeregelt wird. Bei der älteren Mercedes C-Klasse komme es wegen einer womöglich illegalen Abschalteinrichtung zu unerlaubt hohen Stickoxid-Emissionen, so der Vorwurf. Die Umwelthilfe hatte deshalb den Entzug der Typgenehmigungen eines Modells gefordert und in einem Rechtsgutachten die Praxis für nicht rechtens erklären lassen.

Eine Daimler-Sprecherin sagte: "Die Klage wurde uns inzwischen zugestellt, wir halten sie für unbegründet." Der Konzern sei davon überzeugt, "dass die Regelung des Abgasnachbehandlungssystems für den Motorschutz und den sicheren Betrieb des Fahrzeugs innerhalb der gesetzlichen Vorgaben erfolgt." Das eigentlich zuständige Kraftfahrtbundesamt hat sich bislang nicht zu dem Sachverhalt geäußert.

hmf/zdh (dpa, rtr)