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Sport

Aus Heppenheim wird "Vettelheim"

Die Heimatgemeinde des neuen Formel-1-Weltmeisters steht Kopf, die Konkurrenz zog geschlossen den Hut. Und auch Kanzlerin Merkel gratulierte: Deutschland hat mit Sebastian Vettel einen neuen Superstar.

Vettel jubelt nach seinem Sieg in Abu Dhabi. (Foto: Jens Büttner dpa

Vettel jubelt nach seinem Sieg

"Im letzten Rennen noch nervenstark das Blatt zu wenden, das zeigt die Klasse eines wahren Champions", kommentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag (14.11.2010) das sportliche Geschehen im fernen Abu Dhabi. "Als jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten hat Sebastian Vettel schon mit 23 Jahren Sportgeschichte geschrieben. Mit Millionen Fans freue ich mich für ihn und sein Team."

Tatsächlich holte Vettel mit seinem souveränen Sieg beim Großen Preis von Abu Dhabi die 15 Punkte Rückstand auf den flatternden Fernando Alonso auf, dessen Ferrari-Team mit einer Strategie-Fehlzündung den Titel verpatzte. Nach dem 19. und letzten Saisonrennen übernahm der deutsche Überflieger damit im Red Bull mit einer schier unglaublichen Punktlandung zum ersten Mal die Führung und wurde damit zweiter deutscher Weltmeister nach Michael Schumacher. Alonso, dem Rang vier zum dritten Triumph gereicht hätte, kam nicht über Platz sieben hinaus. Vettels Teamkollege Mark Webber wurde Achter, Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes Zweiter.

"Sebastian hatte das richtige Timing"

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel in seinem Red Bull vor der Traumkulisse beim Großen Preis von Abu Dhabi. (Foto: Photo/Gero Breloer)

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel im Red Bull vor der Traumkulisse beim Großen Preis von Abu Dhabi

In Vettels Heimatstadt Heppenheim in Hessen verfolgten 1500 Formel-1-Fans das atemberaubende WM-Finale beim Public Viewing. "Alle Heppenheimer sind sehr stolz und freuen sich mit Sebastian Vettel über diesen großartigen Erfolg, der in die Geschichtsbücher eingehen wird", sagte Bürgermeister Gerhard Herbert und versprach einen gebührenden Empfang für den berühmten Sohn der Stadt. Und viele Fans machten im Siegesrausch aus Heppenheim kurzerhand "Vettelheim", um ihre Freude gebührend auszudrücken.

Derweil zeigte sich der geschlagene Ferrari-Pilot Alonso als fairer Verlierer. "Leider ist nicht alles so gelaufen wie geplant, aber so ist der Motorsport", sagte der Spanier. "Aber es ist alles fair und sauber gelaufen, da kann man nur gratulieren. Nächstes Jahr sind wir wieder da." Und auch der australische Red-Bull-Teamkollege Webber gestand ein, zu langsam gewesen zu sein: "Wir haben alle mal in der WM-Wertung geführt, aber Sebastian hatte das richtige Timing. Es ist kein leichter Tag für mich, aber das Leben geht weiter."

"Das war keine Lotterie"

Sebastian Vettel am Ziel seiner Träume. (Foto: AP Photo/Ben Curtis)

Vettel am Ziel seiner Träume

Rekord-Altmeister Michael Schumacher, nun nicht mehr der einzige deutsche Formel-1-Weltmeister, versprach, spätestens beim 'Race of Champions' in zwei Wochen in Düsseldorf mit Vettel zu feiern. Schumacher analysierte: "Der letzte Teil der Saison war für Sebastian grandios." Und Mercedes-Sportchef Norbert Haug sah einen würdigen neuen Weltmeister: "Das war keine Lotterie, das war absolut verdient. Sebastian hat einen Megajob gemacht. Red Bull hat es verdient - und Sebastian ganz besonders."

Bei so viel Begeisterung wollte auch Fußball-Bundestrainer Jogi Löw nicht hintanstehen. Er übermittelte kurz vor der Abreise nach Schweden die Glückwünsche der Nationalelf: "Mit Talent, Selbstvertrauen und Disziplin hat Vettel in jungen Jahren in der Formel 1 bereits Sportgeschichte geschrieben."

Party am Salzburger Flughafen

Am Montag (15.11.2010) startet Vettel in Runde zwei seines Party-Marathons. Im Hangar 7 des Salzburger Flughafens will die Belegschaft seines Arbeitgebers Red Bull den 23-Jährigen am Tag nach seinem furiosen Titelgewinn feiern. "Das ist unser Moment", so Vettel . "Jetzt machen wir das, was wir am besten können: Party", hieß es in einer Team-Mitteilung überschwänglich.

Nach zwei Party-Tagen in Salzburg inklusive TV-Auftritt und Saison-Abschluss-Pressekonferenz des Rennstalls wird Vettel schon am Mittwoch an den Ort seines Triumphes zurückkehren. In der Wüste von Abu Dhabi will er sich bei Touren mit dem Quad-Bike austoben. Am Freitag holt ihn dann der Arbeitsalltag wieder ein: Auf dem Yas Marina Circuit testet er zwei Tage lang die Pneus des neuen Formel-1-Reifenpartners Pirelli.

Autor: Stephan Stickelmann (sid, dpa, rtr, afp, dapd, dpa)

Redaktion: Marko Langer

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