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Sport

Vom "Baby-Schumi" zum Weltmeister

Sebastian Vettel ist der jüngste Weltmeister in der Formel-1-Geschichte. Vor dem Start ins Saisonfinale in Abu Dhabi zeigte sich Vettel gelassen – nach seinem Sieg übermannten ihn die Emotionen.

Sebastian Vetel bejubelt seinen Weltmeistertitel. (Foto: EPA/ALI HAIDER)

Nun ist er ganz oben: Sebastian Vettel

"Unglaublich. Danke Jungs. Ich liebe euch", unter Tränen und mit stockender Stimme verneigte sich Sebastian Vettel auf der Zielgeraden über Boxenfunk vor seinem Team. Danach hörte seine Crew von dem 23-Jährigen mit Glitzer-Helm nur noch ein lautes Jubeln. "Baby-Schumi" – so hatte ihn die Boulevard-Presse zunächst genannt. Nun hat er der ganzen Welt gezeigt, dass er mehr verdient, als im Schatten Schumachers zu stehen.

"Ich wusste wirklich bis zur Ziellinie nicht, ob das reicht"

Der deutsche Formel 1 Rennfahrer Sebastian Vettel vom Team Red Bull auf dem Yas Marina Circuit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Vettel gewinnt den Großen Preis von Abu Dhabi und wird damit beim letzten Saisonrennen Weltmeister. (Foto: dpa)

Mit Glitzer-Helm im Red Bull: Vettel erblickte im selben Jahr das Licht wie der blau-rote Energy-Drink

Der Weltmeistertitel ist die Krönung seiner rasanten Karriere: 1987 in Heppenheim geboren, hat ihn sein Vater Norbert mit dem Rennsport-Virus infiziert. Als Vierjähriger drehte Vettel auf dem Grundstück seines Elternhauses die ersten Runden im Kart. Im Kart fuhr er dann auch seine ersten Erfolge ein und kam so in die Formel BMW. In seinem ersten Jahr dort wurde er gleich Vize-Meister. In der folgenden Saison feierte er unglaubliche 18 Siege in 20 Rennen. Obwohl Vettel in der Formel-3 den Sprung nach ganz oben nicht schaffte, durfte er 2006 als Testfahrer in die Formel-1. Gleich beim ersten Einsatz als "Freitagsfahrer" fuhr er die Bestzeit und machte sich mit einem Schlag einen Namen in der Königsklasse.

Bei seinem Formel-1-Debüt in Indianapolis 2007 sammelte er gleich seine ersten WM-Punkte - wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag. Mit 21 holte er innerhalb von 25 Stunden in Monza seine erste Pole Position und den ersten Sieg. Und seit dem 14. November 2010 ist Vettel nun auch der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Seine Freude darüber in Worte zu fassen, fiel dem jungen Champion schwer: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin auf jeden Fall glücklich, das steht mal fest. Ich wusste wirklich bis zur Ziellinie nicht, ob das reicht, was wir hier abliefern oder nicht."

"Ich hasse es, zu verlieren"

Sebastian Vettel im August 2007 auf einer Pressekonnferenz (Foto: AP)

Dass er im Rennsport landet, war für Vettel nicht immer klar

Als große Helden seiner Kindheit bezeichnet Vettel gerne mal die drei Michaels: Michael Schumacher, Michael Jordan und Michael Jackson. So wie der dritte Michael wäre Vettel auch gerne Musiker geworden: "Es war schmerzhaft, als ich realisiert habe, dass mir die Stimme dafür fehlt." Doch Vettel blieb bei der Musik: Vettel ist nämlicher leidenschaftlicher Beatles-Fan. Er sammelt ihre Schallplatten und durchstöbert in seiner Freizeit Plattenläden nach seiner Lieblingsgruppe.

Bis er zum Motorsport kam, hat Vettel verschiedene Sportarten ausprobiert. Unter anderem kickte er auf dem Fußballplatz: "Ich habe nicht viele Tore geschossen und hatte nicht viele Einsätze." Auch Tennis, Tischtennis oder Beachvolleyball hat Vettel gespielt: "Aber ich war nie der Beste, deshalb habe ich damit aufgehört. Ich hasse es, zu verlieren".

Schließlich schlug Vettel die Laufbahn von Michael Schumacher ein und stieg ins Cockpit. Zu verlieren hat Vettel aber immer noch nicht gelernt: "Ob man Zweiter oder Fünfter ist, das ist egal. Wichtig ist es nur, die Nummer eins zu sein". Und das hat Vettel nun geschafft.

Autorin: Laura Döing (mit dpa, sid)
Redaktion: Wolfgang van Kann

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