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Sport

Vettel, Deutschlands neuer Held

Deutschland feiert Sebastian Vettel. Der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten fasziniert mit seiner Lockerheit und ist als nervenstärkster Fahrer ein würdiger Champion, meint Arnulf Boettcher.

Themenbild Kommentar

Deutschland hat einen neuen Sport-Helden: Sebastian Vettel, jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Der gebürtige Heppenheimer durfte sich schon mit 23 Jahren die WM-Krone aufsetzen, sicherlich nicht zum letzten Mal. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher war bereits 25 Jahre alt, als er seinen ersten von sieben WM-Titeln einfuhr. Wie Schumacher gilt Vettel als akribisch und detailbesessen, doch anders als sein großes Vorbild kommt er nicht ganz so ernst herüber, sondern eher lausbubenhaft, schlagfertig und fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Das macht ihn in der ganzen Formel-1-Szene so sympathisch.

Schon vor einem Jahr wäre Vettel fast Weltmeister geworden. Technische Defekts an seinem Red Bull, aber auch ungestüme Fehler warfen ihn zurück. Auch in dieser Saison hätte ihn dieses Schicksal beinahe erneut ereilt. Doch Rückschläge machten ihn stets stärker, in den entscheidenden Rennen war er schließlich zur Stelle und dominierte fehlerlos und als bester Fahrer die Konkurrenz. Zehn Pole Positions und fünf Siege machten Vettel zu einem würdigen und verdienten Champion.

Respekt für Stallorder-Verzicht

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit Deutschland-Fahne (Foto: AP)

Weltmeister Sebastian Vettel

Das Nachsehen hatte Fernando Alonso, dessen Ferrari-Team in Abu Dhabi auf die falsche Strategie setzte. Im Falle des Titelgewinns hätte Alonso zudem von der verbotenen Stallorder profitiert. In Hockenheim hatte ihm Teamkollege Felipe Massa auf Anweisung den Sieg und damit sieben Punkte überlassen. Red Bull hingegen verzichtete auf eine Teamorder und verdiente sich damit allseits großen Respekt.

Vettel profitierte auch von der neuen Punkteregel, die die Formel 1 deutlich spannender machte. Fünf Fahrer fuhren noch bis zum vorletzten Grand Prix um den Titel, beim Saisonfinale lagen noch vier Kandidaten im Titelrennen. Das hatte es so auch noch nie gegeben. Am Ende triumphiert Vettel, der als Dritter bereits 15 Punkte Rückstand hatte und nicht einmal an der Spitze stand. Und so darf sich Deutschland über ein WM-Märchen und einen "Baby-Weltmeister" freuen.

Erwartungen allerdings, Vettel könnte einmal Michael Schumacher als Rekord-Weltmeister ablösen, sind fehl am Platz. Dafür ist die Formel 1 zu schnelllebig geworden. Fünf verschiedene Champions in den vergangenen fünf Jahren sprechen eine eindeutige Sprache.

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Wolfgang van Kann

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