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Filme

Arnold Schwarzenegger ist 70

Mister Olympia, Terminator, Gouverneur: Arnold Schwarzenegger hat gleich mehrfach Karriere gemacht. Damit ist der gebürtige Österreicher die Verkörperung des amerikanischen Traums. Jetzt feiert er seinen 70. Geburtstag.

Der "Terminator", die androide Tötungsmaschine aus der Zukunft, ist berühmt-berüchtigt dafür, nahezu unverwüstlich zu sein. Viermal spielte Arnold Schwarzenegger im Lauf seiner Karriere die Titelrolle, und es scheint fast so, als habe er diese wesentliche Eigenschaft seines Alter Egos verinnerlicht. Auch mit 70 Jahren reist er unermüdlich um die Welt, als Klima-Aktivist, Unternehmer und natürlich Schauspieler. Das soll auch so bleiben, sagte er der "Süddeutschen Zeitung": "Ich wüsste doch gar nicht, was ich sonst machen sollte. Also werde ich weitermachen bis zum letzten Atemzug."

Seinen ersten Atemzug macht Schwarzenegger am 30. Juli 1947 in Thal in der österreichischen Steiermark. Schon als Kind übt er sich in verschiedenen Sportarten wie Fußball, Boxen und Schwimmen und betritt mit 15 Jahren zum ersten Mal ein Gewichtheber-Studio. Eine schicksalhafte Erfahrung. In den folgenden Jahren stählt der junge Schwarzenegger seinen Körper. "Du musst dir jeden einzelnen Muskel vornehmen – das ist exakt die Arbeit des Skulpteurs, der den Marmor mit Hammer und Meißel bearbeitet. Der Geist eines Bodybuilders muss der eines Künstlers sein – nicht ganz der von Rodin, aber es geht in diese Richtung“, erklärt er 2012 der "Zeit". 1967 wird er der bis dahin jüngste "Mister Universum" und holt ab 1970 sechsmal in Folge den Titel des "Mister Olympia", die wichtigste Auszeichnung im Bodybuilding. Dass auch er Steroide schluckte, gibt er freimütig zu - damals sei das schließlich noch nicht verboten gewesen.

Arnold Schwarzenegger als Bodybuilder in den Siebzigern (picture-alliance/dpa)

Kraftprotz Schwarzenegger in den Siebzigern

Neue Künstlerfreunde

Als der Muskelmann 1968 in die USA auswandert, weckt seine imposante Erscheinung dort schnell das Interesse der Filmbranche. 1969 bekommt Schwarzenegger, damals noch unter dem Künstlernamen "Arnold Strong" seine erste Rolle als "Hercules in New York", doch er tummelt sich auch in der Kunstszene. Pop-Art-Ikone Andy Warhol findet Gefallen am jungen Arnold: "Er war von meiner Energie, von meiner Kraft fasziniert. Andy hat mich in die Factory eingeladen, ich habe ihm Modell gestanden, er stellte mich anderen Künstlern wie Jamie Wyeth oder Laraine Newman vor", erinnert er sich im Interview mit der "Zeit". "Im Studio 54 und bei Elaine’s führte er mich von Tisch zu Tisch und stellte mich Produzenten, Fundraisern, Schauspielern wie James Caan und Woody Allen und wichtigen Mitgliedern der Gesellschaft wie Jackie Kennedy vor. Jahre später wird Schwarzenegger selbst Teil der berühmtesten Familie Amerikas,  als er 1986 Maria Shriver heiratet, die Nichte des US-Präsidenten John F. Kennedy.

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Wandlungsfähiger Arnie

Seine Filmkarriere nimmt 1977 Fahrt auf: Für den halbdokumentarischen Bodybuilder-Film "Pumping Iron" wird Schwarzenegger, für Kritiker überraschend, mit dem Golden Globe als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. "Conan der Barbar" macht ihn 1982 international bekannt, und dann kommt 1984 das Angebot, die Titelrolle in einem B-Movie namens "Terminator" zu spielen. Für Schwarzenegger nach eigenen Angaben "eine große Herausforderung". Er spielt den androiden Killer so überzeugend, dass die Low-Budget-Produktion von Regisseur James Cameron schnell Kultstatus erreicht.

Der "Gouvernator"

Nun ist Schwarzenegger gefragt. Die Gagen steigen, Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre feiert er kommerzielle Erfolge, auch mit Komödien wie "Twins" (Zwillinge) an der Seite von Danny deVito und "Kindergarten Cop". Doch dann ist der größte Hype um ihn vorbei. Nach dem dritten "Terminator" (2003) verabschiedet sich Schwarzenegger vorerst vom Film, um seine dritte Karriere in Angriff zu nehmen: als Politiker.

Arnold Schwarzenegger unterschreibt als Gouverneur von Kalifornien den Haushalt (picture-alliance/dpa/A. NG)

Der Gouvernator: Schwarzenegger in der Politikerrolle (2009)

2003 tritt er für die Republikaner zur Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Kalifornien an. Er bringt sein Schwert aus "Conan der Barbar" mit nach Sacramento, stellt sich als der starke Mann dar, den das schuldengeplagte Kalifornien braucht, und bezeichnet seine politischen Gegner als "Weicheier". Doch an den neuen Beruf muss er sich erst gewöhnen: "Als Schauspieler hat man ein Drehbuch, das gibt es für Politiker nicht. Jeder Tag war eine neue Überraschung, Stunde um Stunde, es ist irre, wie viele Probleme da auf einen zukommen, Sozialhilfe, Armut, überfüllte Gefängnisse - man wacht morgens mit 2.000 Waldbränden in Kalifornien auf, oder jemand sitzt in der Todeszelle und soll um Mitternacht hingerichtet werden, und man ruft Sie an und sagt: 'Governor, Sie könnten das aufhalten'", erzählt er 2013 der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Schwarzenegger ist ein Anhänger der Todesstrafe: Zwei Gnadengesuche lehnt er als Gouverneur ab, ehe ein Bundesrichter die Giftspritze 2006 als verfassungswidrig erklärt.

Hoher Schuldenberg

Acht Jahre hält Schwarzenegger sich im Amt, doch erst legt er sich zu oft mit den Demokraten an, die die Parlamentsmehrheit halten, und dann wird aus dem Konservativen plötzlich ein Umweltaktivist. Das wiederum vergrätzt seine Parteifreunde. Zum Abschied hinterlässt Schwarzenegger Kalifornien einen Schuldenberg, der etwa dreimal so hoch ist wie bei seinem Antritt: 91 Milliarden Dollar. Trotzdem hätte er sich, selbstbewusst wie er ist, durchaus auch das höchste Amt des Staates zugetraut, doch diese Tür bleibt ihm verschlossen, da ausschließlich gebürtige US-Amerikaner Präsident werden dürfen.

Stattdessen kehrt Schwarzenegger zum Film zurück, dreht, na klar, auch einen weiteren "Terminator" (2015) und setzt sich in Treffen mit Staatschefs wie dem französischen Ministerpräsidenten Emmanuel Macron für die Senkung der Treibhausgas-Emissionen ein. Außerdem legt er sich sich auf Twitter regelmäßig mit US-Präsident Donald Trump an. Dessen NBC-Show "The Apprentice" hatte er im Januar 2017 von Donald Trump übernommen, schmiss aber nach nur einer Staffel wegen schlechter Einschaltquoten hin. Trotzdem: Es wird sicher nicht das letzte sein, was die Welt von Schwarzenegger hört. Ganz nach dem alten Terminator-Motto: "I'll be back."

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