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Asien

Armee in Sri Lanka setzt Vormarsch gegen Rebellen fort

Nach der Einnahme der tamilischen Rebellenhochburg Kilinochchi in Sri Lanka rückt die Armee weiter gegen die Rebellen vor. Während die Kämpfe weitergehen, zeigt sich ein General siegessicher.

Ein Soldat schießt auf Stellungen der tamilischen Rebellen (Quelle: dpa)

Ein Soldat schießt auf Stellungen der tamilischen Rebellen

Nachdem die Armee Sri Lankas am Freitag (02.01.2009) nach eigenen Angaben die Rebellenhochburg Kilinochchi im Norden des Landes eingenommen hat, richtet sie sich nun dort ein und baut die eigenen Stellungen aus. Soldaten räumten Minen und entfernten Sprengfallen aus verlassenen Gebäuden, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. In der Umgebung der Stadt waren demnach Schusswechsel und Artilleriefeuer zu hören.

Die Streitkräfte setzten am Sonntag ihre Offensive gegen die tamilischen Rebellen fort. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums rückten Bodentruppen in den Bezirk Mullaittivu vor, der als militärischer Rückzugsraum der Rebellen gilt. Zugleich versuchten Soldaten, den Elefanten-Pass zurückzuerobern. Über ihn verläuft die Verbindungsstraße zur Halbinsel Jaffa. Die Rebellen der Organisation "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) hatten den Pass im Jahr 2000 erobert. Beim Vormarsch stieß das Militär nach eigenen Angaben weiter auf Widerstand. Am Samstag hatten Kampfflugzeuge zudem einen Seestützpunkt der Rebellen angegriffen.

Kilinochchi Karte

Die Rebellen verloren ihre De-Facto-Hauptstadt Kilinochchi

Nach dem militärischen Erfolg zeigte sich die Armee siegesgewiss. Das Territorium der Rebellen schrumpfe mit jedem Tag, sagte Generalmajor Jagath Dias am Sonntag. "Das Ziel, diesen Krieg zu beenden, liegt nicht mehr in weiter Ferne." Die LTTE kontrolliert aber noch immer den Nordosten des Inselstaates und die Region um die Hafenstadt Mullaittivu.

Schwerer Rückschlag für die Rebellen

Der Verlust von Kilinochchi - De-facto-Hauptstadt der "Befreiungstiger" - gilt als schwerer Rückschlag für die Aufständischen. Die Rebellen erklärten allerdings auf der Internetseite Tamilnet, die ihnen nahesteht, die Stadt sei bereits vor dem Einrücken der Armee verlassen und das LTTE-Hauptquartier in den Norden verlegt worden. Die Soldaten hätten eine Geisterstadt betreten. Wie viele Menschen bei den Kämpfen um Kilinochchi ums Leben kamen, ist nicht bekannt. Die LTTE hatte die Stadt vor zehn Jahren unter ihre Kontrolle gebracht und sie nach und nach zu einer Verwaltungszentrale mit eigener Polizei und Gericht ausgebaut.

Strenge Polizeikontrollen in Colombo aus Furcht vor Anschlägen (Quelle: AP)

Strenge Polizeikontrollen in der Hauptstadt Colombo

Kurz nachdem Staatspräsident Mahinda Rajapakse die Eroberung bekanntgegeben hatte, kam es in der Hauptstadt Colombo zu einem Selbstmordanschlag vor dem Hauptquartier der Luftwaffe, bei dem drei Soldaten starben. Am Samstag explodierte ein weiterer Sprengsatz im Geschäftszentrum Colombos, wobei mindestens drei Menschen verletzt wurden. Ein Militärsprecher machte Rebellen für den Anschlag verantwortlich. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden landesweit verschärft.

Offensive macht Fortschritte

Staatspräsident Rajapakse fährt eine harten Kurs gegen die Rebellen (Quelle: AP)

Präsident Rajapakse geht hart gegen die Rebellen vor

Präsident Rajapakse hatte im Januar 2008 einen ohnehin brüchigen Waffenstillstand mit der LTTE aufgekündigt und dem Militär den Befehl zur Offensive gegen die Rebellen gegeben. In den vergangenen Wochen hatten Soldaten den Druck verstärkt und erhebliche Geländegewinne erzielt.

Die 1975 gegründeten "Tamilentiger" kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat im Norden der Insel im Indischen Ozean. Sie werfen den politisch dominierenden Singhalesen vor, die Minderheit der Tamilen zu benachteiligen. Bei den Kämpfen wurden bisher mehr als 70.000 Menschen getötet. (kle)

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