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Aktuell Asien

Anschlag auf NATO-Vertreter in Kabul

Die Regierung Afghanistans hatte neue Friedensverhandlungen mit den Taliban angekündigt. Die Radikalislamisten bekannten sich jetzt zu einem weiteren schweren Anschlag im Zentrum der Hauptstadt Kabul.

Der Angriff kam in der Hektik des morgendlichen Berufsverkehrs in der afghanischen Hauptstadt. Ein Selbstmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Toyota rammte im Botschaftsviertel ein Fahrzeug der türkischen diplomatischen Vertretung. Der türkische Fahrer und ein afghanischer Passant seien mit in den Tod gerissen worden, hieß es in einem ersten Bericht des Kabuler Polizeichefs Abdul Rahman Rahimi.

Eigentliches Ziel des Angriffs war offensichtlich ein ranghoher Repräsentant der NATO. Der zerstörte Mercedes-Geländewagen habe zum Team des ehemaligen türkischen Botschafters Ismail Aramaz gehört, der die Rolle als höchster ziviler Vertreter der Allianz in Afghanistan übernommen hat. Man habe ihn zu seinem Büro im nahe gelegenen Hauptquartier der NATO-Ausbildungsmission "Resolute Response" abholen wollen, erläuterte ein NATO-Diplomat. Ende 2014 war nach 13 Jahren der NATO-geführte ISAF-Kampfeinsatz am Hindukusch abgeschlossen und durch "Resolute Support" abgelöst worden.

Nach dem Selbstmordanschlag im Kabuler Botschaftsviertel (foto: reuters)

Wieder ein Terroranschlag mitten im Kabuler Botschaftsviertel

Das Botschaftsviertel ist zwar gewöhnlich schwer bewacht, war aber schon mehrfach Ziel terroristischer Überfälle. Zu dem Angriff vom Donnerstag - in der Nähe auch die Vertretungen Deutschlands und des Iran - bekannten sich die Extremisten der Taliban. Man habe einen "Konvoi ausländischer Kräfte" erfolgreich attackiert, so ihre Erklärung.

Zuletzt war in Kabul Anfang Januar ein Selbstmordattentat verübt worden. Bei dem Angriff auf ein Fahrzeug der EU-Polizeimission wurde ein Passant getötet. Seit Jahresanfang sind die einheimischen Streitkräfte selbst für die Sicherheit im Lande verantwortlich.

Nach entsprechenden Angeboten der Regierung in Kabul zu Friedensgesprächen war jüngst berichtet worden, die Taliban hätten Unterhändler zu einem Treffen in das Golfemirat Katar entsandt. Kontakte zu Vertretern der US-Regierung wurden aber dementiert.

SC/ml (afpe, APE, rtr, dpa)

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