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Amerika

Amazon im Strudel des Weinstein-Sexskandals

Er soll Schauspielerinnen und Models sexuell missbraucht haben: Die Vorwürfe gegen Filmmogul Weinstein reißen nicht ab. Nun wirft ihm ein weiterer Star Vergewaltigung vor - und beschuldigt auch Amazon schwer.

Jetzt hat der Skandal um Filmmogul Harvey Weinstein auch den Onlineriesen Amazon erreicht. Die Schauspielerin Rose McGowan erhob schwere Vorwürfe gegen Amazon-Chef Jeff Bezos. Sie habe seinerzeit Amazon darüber informiert, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein, aber keine Reaktion erhalten, schrieb sie bei Twitter. McGowan rief den Chef des Online-Unternehmens dazu auf, keine "Vergewaltiger" zu finanzieren. "Wieder und wieder" habe sie Roy Price, dem Chef der zu Amazon gehörenden Filmstudios, gesagt, dass "HW" sie vergewaltigt habe - allerdings vergeblich.

US-amerikanischer Filmproduzent Harvey Weinstein(Foto: picture alliance/dpa/AP Images/Westcom/Star)

US-Filmproduzent Harvey Weinstein

Die Schauspielerin wurde in dem Bericht der Zeitung "New York Times" erwähnt, die den Skandal ins Rollen gebracht hatte.

Unterdessen wirft eine Mitarbeiterin der Amazon-Studios deren Chef Price selbst sexuelle Belästigung vor: Er habe sie taktlos angeflirtet und mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt, erzählte sie dem "Hollywood Reporter". So habe er im Taxi auf dem Weg zu einer Party schlüpfrige Bemerkungen gemacht und ihr später - trotz klarer Ablehnung - vor Kollegen laut das Wort "Analsex" ins Ohr gesagt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendierte das Filmstudio Price am Donnerstagabend.

Etliche weibliche Hollywoodstars werfen Weinstein sexuelle Belästigung vor

Immer mehr Schauspielerinnen melden sich mit Vorwürfen gegen Weinstein zu Wort. Als 17-Jährige habe sie der Produzent im Bademantel in einem Hotelzimmer empfangen und ihr Alkohol angeboten, schrieb die Schauspielerin Kate Beckinsale (44) auf Instagram. Ihre Kollegin Cara Delevingne (25) berichtete, Weinstein habe sie in einem Hotelzimmer aufgefordert, eine andere Frau zu küssen und dann selbst versucht, sie zu küssen.

Zuvor hatten bereits unter anderen die Hollywoodstars Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Heather Graham dem Filmproduzenten schwere sexuelle Verfehlungen vorgeworfen. Eine Sprecherin von Weinstein hatte die Anschuldigungen jedoch nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe vor gut einer Woche zurückgewiesen: "Jegliche Vorwürfe von Sex, der nicht in beiderseitigem Einverständnis stattgefunden hat, werden von Herrn Weinstein eindeutig verneint."

Weinstein drohen nun juristische Konsequenzen. Die Polizeibehörden in New York und London wollen nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen Weinstein aufnehmen. Die New Yorker Polizei wolle einen eigentlich bereits abgeschlossenen Fall gegen Weinstein aus dem Jahr 2004 neu aufrollen. Einzelheiten wollte die Polizei zunächst nicht nennen. Auch die Polizei in London erwägt nach britischen Medienberichten ein Ermittlungsverfahren gegen den Produzenten. Dabei gehe es um den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs, der von den Kollegen in Liverpool weitergeleitet worden sei. Es handele sich um einen Vorfall aus den 80er Jahren.

Privat haben die anhaltenden Vorwürfe bereits Konsequenzen für Weinstein: Wegen der vermeintlichen sexuellen Ausfälle hat seine Frau ihn verlassen.

vk/ww (dpa, afp)