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Wissen & Umwelt

Afrikanische Viren erobern Deutschland

Stechmücke (Foto: A. Krüger/Bernhard-Nocht-Institut)

Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben zum ersten Mal in Deutschland Sindbis-Viren entdeckt. "Wir wissen jetzt, dass diese Viren in Deutschland zirkulieren", versichert Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Das Virus gehört zur Gattung Alphavirus und wird von blutsaugenden Mücken übertragen. Normalerweise, sagt Schmidt-Chanasit, befallen Sindbis-Viren Vögel. "Obwohl immer eine Einschleppung durch Vogelzug vermutet werden konnte, wurden die Viren bislang in Deutschland nicht gefunden".

Jetzt sind sie da!

Von Juli bis September 2009 fingen Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts rund 16.000 Mücken im Südwesten Deutschlands, bestimmten die Mückenart und untersuchten diese auf Viren. Als Überträger des Sindbis-Virus identifizierten sie drei Mückenarten: Erstmals die Malariamücke Anopheles maculipennis sowie die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens, die bereits als Überträger des Sindbis-Virus in Schweden bekannt sind.

Meistens harmlos!

Sindbis-Viren sind relativ harmlos, können aber fieberhafte Erkrankungen mit rheumatischen Beschwerden verursachen. Das klinische Bild ähnelt stark einer Dengue-Infektion, weshalb man beim Sindbis-Virus auch von einem sogenannten Dengue-ähnlichen Syndrom spricht. Die Infektion heilt auch ohne spezifische Therapie überwiegend ohne Folgen aus. Eine Impfung gibt es nicht.

Das Sindbis-Virus wurde 1952 entdeckt, in der Nähe des ägyptischen Dorfes Sindbis, bei Kairo. Später fand man es auch in Europa, wo es vor allem in Schweden und Finnland vorkommt

Das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg ist Deutschlands größte Einrichtung für die Erforschung tropischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten.

Autorin: Judith Hartl (BNI/idw)
Redaktion: Ulrike Wolpers

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