1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Abwehr-Bollwerk gegen Sturm-Kunst

Heißer geht es kaum: Italien und Spanien, die beiden Fußball-Giganten aus Europas Süden, kämpfen um den Einzug ins EM-Halbfinale. Die Italiener plagen Verletzungssorgen, die Spanier das Datum des Spiels.

AP

Wollen Italien überwinden: Spaniens Stürmer Fernando Torres (li.) und David Villa

Mit deutschen Tugenden will Weltmeister Italien Spaniens furchterregende Sturmlawine stoppen und ins EM-Halbfinale einziehen. "Lasst uns so spielen wie Deutschland gegen Portugal und wir gewinnen", forderte der "Corriere della Sera" vor dem Viertelfinal-Klassiker im Wiener Ernst-Happel-Stadion am Sonntag (22.6.2008, 20.45 Uhr/ZDF).

Jogi Löws Truppe habe beim 3:2-Sieg beeindruckend vorexerziert, wie man einen spielerisch überlegenen Gegner zur Verzweiflung treibt: Teamgeist, knallharte Defensivarbeit schon im Mittelfeld und schnell abgeschlossene Konter. "Aber das wird ein sehr schwieriges Spiel gegen eine starke Mannschaft mit sehr guten und schnellen Spielern", räumte Italiens Trainer Roberto Donadoni am Samstagabend ein.

"Käfig für die roten Bestien"

So wie die Deutschen Portugals Fußballzauberer rund um Superstar Cristiano Ronaldo ausschalteten, wollen die "Azzurri" das Weltklasse-Mittelfeld der Iberer neutralisieren und ihre Superstürmer Fernando Torres und David Villa an die Kette legen. "Donadoni hat den Käfig für die roten Bestien schon vorbereitet", titelte die "La Gazzetta dello Sport" vor dem Duell gegen die "Selección", die auf ihren ersten Turniersieg gegen Italien seit 88 Jahren hofft.

Italien Roberto Donadoni Nationaltrainer Fussball EM

Plagen Verletzungssorgen: Italiens Trainer Donadoni

Nach 19 Spielen ohne Niederlage und neun Siegen in Serie ist Spaniens Selbstvertrauen größer denn je. Nach dem 4:1 gegen Russland und den 2:1-Siegen gegen Schweden und Griechenland ist das Team von Trainer Luis Aragonés in den Kreis der heißesten Titelanwärter aufgestiegen. Wenn nicht jetzt, wann dann sollen wir den Viertelfinal-Fluch besiegen, fragen sich die Spanier, die zuletzt in einem Turnier bei der WM 1994 in den USA auf Italien trafen und dort mit 1:2 ausschieden.

Spaniens verflixter 22. Juni

Auch der 22. Juni war bislang stets ein Unglückstag für die Iberer. 1986 flogen sie bei der WM in Mexiko, 1996 bei der EM in England und 2002 bei der WM in Südkorea raus. Immer an diesem verflixten 22. Juni. "Wir wollen diesen historischen Fluch überwinden", sagte Ruben de la Red. "Dass Spanien bislang keinen großen Titel gewonnen hat, wird sie nur noch mehr motivieren", befürchtete Donadoni.

Villa zeigte sich Samstagabend optimistisch: "Was vorher war, zählt nicht mehr und ich bin so fit wie noch nie." Auch der hoch aufgeschossene Torres glaubt fest an Spaniens Sieg, warnte aber davor, die nur mit Ach und Krach ins Viertelfinale eingezogenen Italiener zu unterschätzen. "Sie haben in der Gruppenphase nicht so brilliert, aber das war auch 2006 bei der WM so und am Ende holten sie den Titel", erinnerte der Stürmer des FC Liverpool.

Italien mit Verletzungssorgen

Italien Andrea Pirlo Nationalspieler Fussball EM

Fehlt den Italienern: Spielmacher Pirlo

Spanien geht in Bestbesetzung in das von Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) geleitete Schlagerspiel, Donadoni dagegen plagen Personalsorgen: Der verletzte Wolfsburger Andrea Barzagli fehlt als Alternative in der Abwehr, "Zerstörer" Gennaro Gattuso im Mittelfeld und vor allem Regisseur Andrea Pirlo (beide Gelbsperre). "Aber wir gewinnen trotzdem", sagt Christian Panucci selbstbewusst. "Letztlich wird die mentale Stärke den Ausschlag geben", glaubt Donadoni. Pirlo-Ersatz Daniele De Rossi soll schon im Mittelfeld Torres und Villa stellen. Die Verteidiger sollen ihm dann zu Hilfe eilen und den Käfig um die zusammen bereits fünfmal bei der EM erfolgreichen Torjäger schließen.

Vorne hofft die "Squadra Azzurra" vor allem auf den Durchbruch des bislang glück- und erfolglosen Luca Toni. "Bei ihm wird der Knoten platzen", beruhigte Italiens Weltmeistertrainer von 1982, Enzo Bearzott, die "Tifosi". Der Bayern-Stürmer brennt auf seinen ersten EM-Treffer, den der verletzte Kapitän Fabio Cannavaro eindringlich eingefordert hat. "Wir brauchen Dich jetzt, wir sind hier, um Europameister zu werden", sagte der Star von Real Madrid. (tos)

Die Redaktion empfiehlt