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Aktuell Amerika

Ab 2017 wieder bemannte US-Raumfahrt

Seit Jahren war die Abhängigkeit von Russland der NASA ein Dorn im Auge. Das ist bald vorbei: Ab 2017 schicken die USA wieder selbst Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS.

Der letzte Start des Space Shuttle Atlantis am 8. Juli 2011 (Foto: AP)

Der letzte Start des Space Shuttle "Atlantis" am 8. Juli 2011

Die USA steigen ab 2017 wieder in die bemannte Raumfahrt ein. Die amerikanischen Firmen

Boeing

und SpaceX seien damit beauftragt worden, Transporter für Astronauten zu entwickeln, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA bei einer Pressekonferenz am Weltraumbahnhof Cape Canaveral mit. Damit will die Nasa ab 2017 Astronauten wieder selbst zur Internationalen Raumstation bringen und so die Abhängigkeit von russischen Sojus-Kapseln beenden.

Es werde das "aufregendste und ehrgeizigste Kapitel in der Geschichte der NASA und der bemannten Raumfahrt", kündigte Direktor Charles Bolden an. Der Vertrag mit Boeing und SpaceX hat ein Gesamtvolumen von 6,8 Milliarden Dollar (etwa 5,2 Milliarden Euro) - davon 4,2 Milliarden für den traditionsreichen Flugzeug-Giganten Boeing und 2,6 Milliarden für die erst 2002 gegründete Raumfahrt-Firma SpaceX.

Boeing und SpaceX arbeiten schon an Transportern

Beide Unternehmen, mit denen die NASA auch derzeit schon zusammenarbeitet, sind zunächst für zwei bis sechs Flüge beauftragt worden. Die Entscheidung sei "ein wichtiger Schritt auf einem Weg, der uns zu den Sternen bringen wird", sagte SpaceX-Chef Elon Musk. Boeing teilte mit, man fühle sich sehr geehrt. An den Transportern arbeiten die Unternehmen bereits. Der von Boeing nennt sich "CST-100", der von SpaceX "Dragon". Vom Design her gleichen sie eher den Kapseln der Apollo-Missionen der 60er und 70er Jahre als den

Space Shuttles

der 80er und 90er Jahre.

Die Shuttle-Flotte hatte die NASA 2011 vor allem aus Kostengründen ausgemustert. Seitdem sind die USA auf die Mitnahme ihrer Astronauten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen, um zur ISS zu gelangen. Pro Reise zahlt die NASA dafür allerdings umgerechnet rund 50 Millionen Euro - was bei der Behörde schon lange für Unmut sorgt. Vor allem seitdem die NASA angesichts der Ukraine-Politik des Kreml einen Teil ihrer Zusammenarbeit mit Russland demonstrativ eingestellt hat, gilt die Atmosphäre als angespannt. "Die bedeutendste Nation der Welt sollte in dieser Sache nicht auf irgendein anderes Land angewiesen sein", sagte NASA-Chef Bolden.

sti/jj (dpa, afp, rtr)

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