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Kultur

20 Jahre Filmklassiker bei Arthaus auf DVD

Als das Label Arthaus 1994 an den Markt ging, um Filme für den Hausgebrauch anzubieten, gab es noch Videokassetten. Später erschienen die ersten DVDs. Auch 20 Jahre danach wird mit den Silberscheiben viel Geld verdient.

Längst setzen Produzenten und Filmverleiher auf die Einnahmen von DVD und Blu-rays. Ohne dieses fest einkalkulierte Geld könnten viele Filme heute gar nicht mehr gestemmt werden. Allein durch den Einsatz in den Kinos lässt sich das "Geschäft Film" nicht mehr finanzieren.

Video-on-Demand hat DVD noch nicht verdrängt

Zwar gibt es Experten, die aufgrund der Video-On-Demand-Angebote auch das baldige Ende von DVD und Blu-ray prognostizieren, doch noch ist es nicht so weit. Filme im Internet zu schauen, wird zwar immer populärer, das Angebot ist aber auch hier oft von Blockbustern aus Hollywood und massentauglicher Filmware dominiert. Zudem bleibt der Reiz des haptischen. Auch dem Medium Buch wurde schon oft das Ende vorausgesagt. Doch die Menschen sammeln gerne, wollen Bücher oder eben auch Filme zu Hause im Regal stehen haben.

Filmszene Ausser Atem von Jean-Luc Godard mit Jean Paul Belmondo und Jean Seberg (Foto: picture alliance)

Nouvelle-Vague-Klassiker wieder im Kino: "Außer Atem" (FR, 1959) von Godard

1994 gingen die meisten interessierten Filmfans in die Videotheken, um sich vor allem Filme der Genres Action, Horror und Erotik auszuleihen. Die großen Meisterwerke der Filmkunst hingegen wurden kaum angeboten. Und da in den 1990er Jahren große, teure Multiplex-Kinos aus dem Boden schossen, die fast ausschließlich auf Hollywood-Ware setzten und immer mehr kleinere Programmkinos schließen mussten, kamen an Film-Kunst interessierte Menschen nicht mehr auf ihre Kosten.

Seit 1994 die Filmgeschichte erschlossen

Das von Filmkaufmann Michael Kölmel gegründete Label Arthaus stieß in diese Lücke.

Rund 2200 Filme

hat Arthaus in den vergangenen zwanzig Jahren herausgebracht, auf DVD, Blu-ray und auch noch auf dem Videokassettenformat VHS. Zum Jubiläum nun schaut man bei Arthaus aber nicht in erster Linie auf die kleinen Silberscheiben - sondern auf das große Kino. Schließlich ist das immer noch der beste Ort um Filme zu sehen.

Bildergalerie Rainer Werner Fassbinder vor 30 Jahren gestorben, Szene aus Angst essen Seele auf (Foto: Arthaus/Studiocanal)

Migrantenschicksal: Fassbinders "Angst essen Seele auf" (D, 1974) war seiner Zeit weit voraus

120 Kinobetreiber aus allen Regionen der Bundesrepublik hat man zusammengetrommelt, und die haben aus dem Arthaus-Repertoire 20 Klassiker ausgewählt, die nun - in ausgewählten Kinos - in den kommenden Monaten wieder auf großer Leinwand zu sehen sind. Sie werden in digital aufgerüsteten Versionen zu sehen sein, Bild und Ton sind so in bestmöglichem Zustand zu genießen. Das Repertoire von Arthaus umfasst viele Strömungen des

Weltkinos

, neuer Deutscher Film und

französische Nouvelle Vague

sind dabei, New Hollywood sowie zeitlose Klassiker der Kinogeschichte.

Von Bergman über Schlöndorff zu Lynch

Unter den 20 Filmen findet man Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" und Rainer Werner

Fassbinders "Angst essen Seele auf"

, Jean-Luc Godards "Außer Atem" und Nicolas Roegs "Wenn die Gondeln Trauer tragen". Aus Hollywood sind Michael Ciminos Vietnam-Film "Die durch die Hölle gehen" oder "Der Elephantenmensch" von David Lynch dabei. Ältere Werke wie "Die große Illusion" von Jean Renoir oder Ingmar Bergmans "Das siebente Siegel" ergänzen das Angebot. Für Freunde großer Filmkunst bietet sich somit die Möglichkeit, diese inzwischen nur noch selten im Kino gezeigten Werke erstmals oder wieder neu zu entdecken.

Filmstill Das Testament des Orpheus (Foto: Arthaus/Studiocanal)

Blick zurück und in die Zukunft der Kunst: Jean Cocteaus "Das Testament des Orpheus" (FR, 1960)

Natürlich bringt der Verleih Arthaus weiterhin auch Klassiker und Nebenwerke der Filmgeschichte auf DVD und Blu-ray auf den Markt. So erschienen in der Reihe "Arthaus Retrospektive" erst vor kurzem drei außergewöhnliche Werke erstmals auf DVD: Alfred Hitchcocks früher Film "Champagne", Jacques Rivettes "Die Nonne" und der letzte Film von Jean Cocteau "Das Testament des Orpheus". Schaut man sich letzteren an, so ist das, als ob man sich rückblickend mit dem Medium Kino und dessen Fortleben auf Bildträgern wie Kassette oder DVD beschäftigt: Ein Poet blickt angesichts des Todes zurück auf sein Leben, lässt Kunst und Künstler Revue passieren. Eine wehmütige wie anspruchsvolle Auseinandersetzung mit Geistesgrößen und Kunstgeschichte.

Alfred Hitchcock: Champagne, Großbritannien 1928, 85 Minuten, Jean Cocteau: Das Testament des Orpheus, Frankreich 1960, 76 Minuten, Jacques Rivette: Die Nonne, Frankreich 1966, 132 Minuten, alle innerhalb der Reihe Arthaus Retrospektive erschienen.

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