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Kultur

150 Jahre Emil Nolde

Obwohl er dem Leben auf dem Land den Rücken kehrte, waren es Landschaftsbilder, die Emil Nolde weltberühmt machten. Der Expressionist, geboren am 7. August 1867, sah die Welt in radikalen Farben. Zu modern für die Nazis.

"Jede Farbe hat ihre eigene Seele", sagte Emil Nolde, einer der berühmtesten deutschen Expressionisten überhaupt. Diese Vorstellung lebt auch in seinen Werken.

Seine Farben beeindrucken bis heute. Ob er nun blutrote Blumen und Himmel malte, Seen und Berge in himmelblau, oder knallorangene Felder vor einem magentafarbenen Hintergrund - sein Werk liest sich als eine intensive Erkundung von Farbnuancen und Stimmungen.

Sein Leben war zweifellos mindestens genauso farbenreich. 1867 wurde er als Emil Hansen in einer Bauernfamilie in Nolde geboren. Was heute Buhrkall in Dänemark ist, gehörte damals noch zu Preußen. An einem Leben als Landwirt war er nicht interessiert - auch wenn er im hohen Alter eher zurückgezogen lebte und seine Werke zum großen Teil ländliche Themen zeigten.

Nach seiner Schreiner- und Holzschnitzerlehre arbeitete Emil Nolde unter anderem in Möbelfabriken. Nach ein paar Jahren wollte er dann Kunst in München studieren. Die dortige Akademie lehnte ihn allerdings ab. In Dachau und Paris hatte er anschließend mehr Erfolg - dort wurde sein Talent anerkannt.

1906 trat er der deutschen Künstler-Gruppe "Die Brücke" bei. Das expressionistische Kollektiv wurde 1905 von den Architekturstudenten Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden gegründet. Es setzte auf rohe Zeichnungen, radikale Farben und komplette Abstraktion.

Nur ein Jahr später verließ Nolde die Gruppe- als Kunstschaffender brauchte er Isolation.

Als Hitler-Sympathisant vom Naziregime verstoßen

Obwohl Nolde der Meinung war, dass Kunst über Religion und Rasse steht, war er ein glühender Sympathisant Hitlers und des nationalsozialistischen Gedankenguts.

Mehr zu diesem Thema: Nazi-Ausstellung "Entartete Kunst": Als moderne Kunst nur im Museum hing um bespuckt zu werden.

Auch wenn prominente Nazis wie Joseph Goebbels oder Fritz Hippler Noldes Kunstwerke schätzten, half ihm das letztendlich nicht. Die Nationalsozialisten klassifizierten seine Kunst als "entartet" ein. Über eintausend Werke Noldes wurden beschlagnahmt und 48 davon in der Feme-Ausstellung "Entartete Kunst" in München gezeigt. Außerdem wurde ihm bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs untersagt, seinen Beruf weiter auszuüben. So erging es auch vielen anderen Expressionisten - ihre Werke waren einfach zu modern für die monumental-klassizistische Staatskunst der Nazis.

Vor seinem Tod im Jahr 1956 wurde Nolde rehabilitiert und 1952 mit dem deutschen Orden "Pour le Mérite" ausgezeichnet.

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