1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Zwei Dissidenten treten in Havanna an

Mindestens zwei Oppositionelle haben es geschafft, bei der Kommunalwahl im sozialistischen Kuba antreten zu können. Ein Test für die Ein-Parteien-Herrschaft?

Bei den an diesem Sonntag stattfindenden Kommunalwahlen in dem sozialistischen Karibikstaat treten erstmals auch zwei Kandidaten der Opposition an. Unter den landesweit insgesamt etwa 27.000 Bewerbern sind in der Hauptstadt Havanna auch der 65-jährige Anwalt und unabhängige Journalist Hildebrando Chaviano Montes sowie der 26-jährige Informatiker Yuniel López O'Farril (Artikelbild). Sie sind beide Gegner der Staatsführung um Raúl Castro. Die 12.589 Mitglieder der 168 Gemeinderäte werden in Kuba bei Wahlversammlungen per Handzeichen bestimmt.

"Wir müssen die Denunzierung überwinden und Wege finden, die Probleme zu lösen, auf die wir stoßen", sagte Chaviano, der in einem Viertel im Zentrum von Havanna antritt, der Nachrichtenagentur AFP. Das kubanische Volk erwarte "Reife", weshalb er sich zur Kandidatur entschlossen habe. López, Mitglied der verbotenen Partei Unabhängiges und Demokratisches Kuba, beklagte, seit der Ankündigung seiner Kandidatur hätten die Behörden in seinem Viertel im Süden von Havanna unablässig gegen ihn agitiert.

Die Stimmabgabe bei den Kommunalwahlen ist in Kuba freiwillig, die Staatsführung wirbt aber nachdrücklich für eine Teilnahme an den Abstimmungen. Sie bezeichnet das aus dem Jahr 1976 stammende Wahlsystem als "das demokratischste und transparenteste der Welt".

Die Opposition kritisiert hingegen, dass es den herrschenden Kommunisten, die offiziell keine Kandidaten aufstellen, die Macht sichere. Nach offiziellen Angaben sind zu den Kommunalwahlen mehr als acht der gut elf Millionen Einwohner Kubas aufgerufen.

SC/sti (afp, APE)