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Fußball

Zorc: "Wir sind im Abstiegskampf"

Borussia Dortmund ist am Tiefpunkt. Die Elf von Trainer Jürgen Klopp verliert gegen Eintracht Frankfurt und rutscht auf den letzten Tabellenplatz. Spieler und Verantwortliche wirken ratlos und angeschlagen.

Langsam schlichen die Profis des BVB nach der Niederlage in der Frankfurter Arena zu den eigenen Fans. Vereinzelte Pfiffe, erste Beschimpfungen und unschöne Gesten einiger Borussen-Anhänger empfingen die niedergeschlagenen Spieler. Der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans wurde in Dortmund immer groß geschrieben, es wurde immer viel Wert auf das gute Verhältnis gelegt. Das ist jetzt anders. Diese "Echte Liebe", so der Slogan des BVB, steckt in ihrer ersten richtigen Krise. "Wir machen es ihnen nicht leicht. Sie haben gepfiffen, das ist nachvollziehbar", bekannte Trainer Jürgen Klopp.

Kein glückliches Händchen

Gerade Klopp wirkt in der aktuellen Situation oft ratlos. Vor den Mikrofonen der Journalisten wiederholt er regelmäßig die gleichen Sätze. Sie wüssten, wo die Probleme liegen und würden weiter daran arbeiten. Probleme zu erkennen ist das eine, der richtige Umgang mit ihnen das andere. Im Moment scheint dem Erfolgscoach der vergangenen Jahre sein glückliches Händchen, sein Gespür für die richtigen Entscheidungen abhanden gekommen zu sein.

Erste Fragen, ob Klopp der richtige Trainer für diese Situation sei, machten nach dem Schlusspfiff die Runde. "Ich sehe mich hier in der Verantwortung. Solange keiner kommt, der sagt, wir haben einen, der es besser macht, kann ich ja gar nicht gehen", sagte der sichtlich frustrierte Dortmunder Trainer. Auch Sportmanager Michael Zorc wollte von einem Abschied Klopps nichts wissen. "Nein, wir sind überzeugt, dass wir mit ihm aus dieser Situation herauskommen", sagte er.

Sie wirken unsicher, fast ängstlich

Jürgen Klopp an der Seitenlinie - derzeit erlebt der Trainer seine wohl schwerste Situation bei Borussia Dortmund. (Foto: Getty)

Jürgen Klopp an der Seitenlinie - derzeit erlebt der Trainer seine wohl schwerste Situation bei Borussia Dortmund

Das Bild, welches die Dortmunder beim Spiel gegen Frankfurt ablieferten, war erschreckend. Der BVB bestimmte die Partie und hatte hochkarätige Torchancen, fast wie immer eigentlich. Aber fast wie immer machte dann nicht der BVB das Tor, sondern der Gegner. Die Dortmunder Profis wirken momentan mental nicht in der Lage, Rückschläge wegzustecken. Sie wirken unsicher, fast ängstlich. "Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Der Tabellenplatz ist allen bewusst, es ist eine brutal schwierige Situation. Aber Selbstzweifel sind jetzt falsch", sagte Mittelfeldspieler Sven Bender. "Wenn sich jetzt einer hinter dem anderen versteckt, wird es ganz schwer."

Schnell wird in solchen Situationen nach den Führungsspielern gerufen. Doch auch die übernehmen aktuell nicht gerade Führungsaufgaben, im Gegenteil - die Unsicherheit ist auch bei Neven Subotiv, Roman Weidenfeller und Co. deutlich zu erkennen. "Wir leisten tatkräftige Unterstützung bei den Gegentoren. Auf der anderen Seite nutzen wir unsere Chancen nicht. Die eklatanten Fehler sind in einer Häufung aufgetreten, dass wir jetzt 18. sind", stellte Zorc genervt fest und gestand ein: "Wir sind mitten im Abstiegskampf angekommen, das muss jedem klar sein. In den letzten Wochen hat man immer noch geschaut, wie sind die Abstände nach oben. Damit ist seit dem heutigen Spiel endgültig Schluss."

"Selbstzweifel sind jetzt falsch"

Tabellenletzter und die verzweifelte Suche nach dem verloren gegangenen Selbstbewusstsein - Borussia Dortmund braucht dringender denn je ein Erfolgserlebnis. Im Abstiegskampf sind andere Qualitäten gefragt als bisher. Wie und ob die erfolgsverwöhnte Mannschaft sich dieser Aufgabe stellen kann, bleibt abzuwarten. Aber erste Stimmen aus dem Team lassen die leise Hoffnung aufkommen, dass nach der Niederlage in Frankfurt auch die Profis den Ernst der Lage endlich erkannt haben. "Selbstzweifel sind jetzt falsch. Wir müssen wieder unsere Selbstbewusstsein auf den Platz bringen und zeigen, was in uns steckt. Auch wenn sich das blöd anhört", sagt Bender. "Wenn wir uns jetzt zurückziehen, dann wird es schwierig. Jeder muss alles für den anderen geben. Jeder alleine als Einzelkämpfer, das wird nicht funktionieren."

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