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Elektromobilität

Zeitung: Tesla baut eigenes Werk in China

Autofirmen bauen Fabriken in China normalerweise als Joint Venture mit einem chinesischen Partner. Tesla will wohl einen anderen Weg gehen, so ein Medienbericht.

Der US-Hersteller von Elektroautos soll sich mit der Stadtverwaltung von Shanghai darauf geeinigt haben, seine eigene Fabrik zu bauen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Insider, die namentlich nicht genannt werden.

Die Produktionsanlage soll demnach in der Freihandelszone der ostchinesischen Metropole entstehen und vollständig im Besitz von Tesla bleiben. Es wäre das erste Mal, dass ein ausländischer Autobauer eine Fabrik in China baut, die nicht als Joint Venture mit einem chinesischen Partner betrieben wird.

Tesla müsse deshalb weiterhin eine Importsteuer in Höhe von 25 Prozent auf seine Wagen zahlen. Davon sind Autos aus Joint-Venture-Produktion befreit, weil hier ausländische und chinesische Hersteller die Profite und oft auch die Technologie teilen.

Tesla CEO Elon Musk (Reuters/B. Yip)

Tesla-Gründer und Chef Elon Musk

Trotz der Importsteuer lohnt sich der Schritt für Tesla, berichtet das WSJ. Durch die Nähe zum chinesischen Markt und den Zugriff auf die dortigen Lieferketten könne der Autobauer seine Kosten deutlich reduzieren. Derzeit seien Tesla-Autos in China rund 50 Prozent teurer als in den USA.

Größter Markt für Elektroautos

Tesla und die Stadt Shanghai wollten den Bericht des WSJ nicht kommentieren. Tesla verwies auf seine Pressemitteilung vom Juni. Darin heißt es, Tesla arbeite mit der Stadtverwaltung von Shanghai an der Möglichkeit, ein Werk in der Region zu errichten, um so den chinesischen Markt bedienen zu können. Bis Ende des Jahres werde das Unternehmen "mehr" mitteilen können.

Im November wird US-Präsident Donald Trump in China erwartet. Ob eine Einigung mit Tesla zu diesem Zeitpunkt bekanntgegeben werden könnte, ist unklar.

Shanghai gilt als das Zentrum der chinesischen Autoindustrie und ist zugleich ein wichtiger Markt für Fahrzeuge der oberen Preisklassen. Tesla hatte im Juni erklärt, mit den Behörden von Shanghai über eine Fertigungsanlage zu verhandeln.

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2.000 Reservierungen pro Tag

Der chinesische Markt für Elektroautos gilt schon heute als der größte der Welt und wächst stark. Ab 2019 führt die Volksrepublik eine Quote ein: Die Autohersteller im Land müssen dann zehn Prozent ihrer Verkäufe mit Elektro- oder Hybridautos machen, ein Jahr später steigt die Quote auf zwölf Prozent.

Die ausländischen Autohersteller können diese Quote derzeit nicht erfüllen und versuchen deshalb zusammen mit ihren chinesischen Partnerunternehmen, den Anteil von E-Autos kräftig zu erhöhen.

Tesla baut im kalifornischen Fremont derzeit drei Modelle, die hochpreisigen Typen S und X sowie das günstigere Modell 3. Mit letzterem will Tesla den Massenmarkt erschließen, hat derzeit aber Schwierigkeiten mit der Produktion.

bea/hb (rtr, afp, WSJ)

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