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Aktuell Deutschland

Zeitung: Limburger Bischof nicht zu Amtsverzicht bereit

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst will laut einem Zeitungsbericht sein Amt nicht freiwillig aufgeben. Im Vatikan wendet sich die Stimmung aber anscheinend gegen den umstrittenen Geistlichen.

Der Präfekt der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, soll nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" im Fall Tebartz-van Elst inzwischen eine deutlich kritischere Haltung vertreten als noch vor einigen Tagen. Nach einem Gespräch mit dem Limburger Bischof Anfang der Woche hatte Ouellet ihm zunächst noch sein "volles Vertrauen" ausgesprochen.

In der Bischofskongregation habe mittlerweile "ein Prozess des Umdenkens" eingesetzt, will die Zeitung aus Kirchenkreisen erfahren haben. Der Kanadier Ouellet spricht neben dem Papst das gewichtigste Wort bei einer möglichen Amtsenthebung Tebartz-van Elsts

Papst stöhnte "Wie bitte?"

Das Gespräch mit Ouellet war bislang der einzige Termin des Limburger Bischofs im Vatikan. Franz-Peter Tebartz-van Elst hält sich seit dem vergangenen Sonntag in Rom auf, um Klarheit in seinem Fall zu erreichen.

Wie die "FAS" schreibt, reagierte Franziskus während eines vertraulichen Gesprächs mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, am Donnerstag entsetzt, als er erfuhr, dass die Baukosten des Limburger Bischofssitzes auf bis zu 40 Millionen Euro steigen könnten. "Wie bitte?", soll der Papst daraufhin gestöhnt haben. Die Deutsche Bischofskonferenz bezeichnete den Bericht über das Gespräch als "reine Spekulation".

An diesem Samstag wurde Ouellet von Papst Franziskus empfangen. Über den Inhalt des Treffens ist noch nichts bekannt.

Vatikan will Kommissionsbericht abwarten

Im Vatikan wird den Informationen der Zeitung zufolge erwartet, dass Franziskus vor einem formellen Absetzungsverfahren den Bericht der von Zollitsch eingesetzten Untersuchungskommission abwarten wird. Es sei "eine Frage von Wochen, aber nicht von Monaten", bis der Bericht vorliege.

Die Kommission hatte am Freitag unter strenger Geheimhaltung mit der Aufarbeitung des Skandals begonnen. Tebartz-van Elst steht unter anderem wegen der extrem angestiegenen Kosten für seinen Bischofssitz und eines Strafbefehls wegen Falschaussage in der Kritik.

Von sich aus will der Bischof sein Amt offenbar nicht aufgeben. Der Geistliche gehe davon aus, dass ihn eine immer deutlicher werdende Mitschuld der Bistungsgremien entlasten werde, heißt es in dem Zeitungsbericht.

gri/rb (epd, afp)