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Aktuell Europa

Zehn der Opfer des Terrors von Istanbul sind Deutsche

Die Zahl der Getöteten insgesamt wird inzwischen mit elf angegeben. Trotz der vielen deutschen Opfer sieht Bundesinnenminister de Maiziére bislang keinen Hinweis auf einen gezielten Anschlag gegen Bundesbürger.

Die Zahl der deutschen Todesopfer habe sich mittlerweile auf zehn erhöht, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Sieben deutsche Verletzte würden in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. Zuvor hatte der türkische Innenminister Efkan Ala nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziére in Istanbul (Artikelbild) neue Informationen zu dem blutigen Terroranschlag in der Millonenstadt am Bosporus geliefert. Demnach kamen insgesamt elf Menschen bei dem Anschlag ums Leben.

Kein gezielter Angriff auf deutsche Reisegruppe

Laut de Maiziére gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass sich der Anschlag am Dienstag in Istanbul konkret gegen Bundesbürger gerichtet habe. "Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen", sagte de Maiziere. Allerdings müssten die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachtet werden.

Sicherheitskräfte am Anschlagsort in Istanbul am Tag danach (Foto: Reuters)

Sicherheitskräfte am Anschlagsort in Istanbul am Tag danach

Der Selbstmord-Attentäter hatte sich nahe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt, inmitten einer Reisegruppe. Die bei dem Anschlag getöteten deutschen Touristen kommen nach jüngsten Angaben der verschiedenen Landesregierungen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

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Ein mutmaßlicher Tatbeteiligter sei am Dienstagabend festgenommen worden, erklärte der türkische Innenminister auf der Pressekonferenz mit seinem deutschen Ressortkollegen. Die Ermittlungen liefen auf höchster Ebene und in verschiedene Richtungen. Ganz oben auf der Liste der Verdächtigen steht für die Regierung in Ankara allerdings die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Angst in der Türkei

Bereits vor dem Anschlag von Istanbul hat die türkische Polizei nach eigenen Angaben ihr Vorgehen gegen den IS verschärft. Drei russische Staatsbürger, die dem IS logistische Unterstützung geleistet haben sollen, seien im Badeort Antalya in Gewahrsam genommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Dogan. Das russische Konsulat bestätigte die Festnahme. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, im zentralanatolischen Konya seien vier mutmaßliche IS-Angehörige verhaftet worden. Im westtürkischen Izmir wurden den Angaben zufolge sechs Verdächtige festgenommen und Waffen beschlagnahmt. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben bei Razzien in mehreren Städten mindestens 65 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen.

"Das Krebsgeschwür des Terrorismus verschont niemanden"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Anschlag in Istanbul zum entschiedenen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. "Das Krebsgeschwür des Terrorismus verschont niemanden", erklärte Steinmeier in seiner Funktion als amtierender Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Berlin.

"Für alle Staaten der OSZE und darüber hinaus ist diese Art des barbarischen und feigen Tötens eine Bedrohung gleichermaßen", erklärte Steinmeier weiter. Er sicherte der Türkei den Beistand der OSZE zu. Zugleich rief er alle Mitgliedstaaten auf, sich von Mord und Gewalt nicht einschüchtern zu lassen: "Im Gegenteil: Umso entschlossener wollen wir uns gemeinsam anstrengen, dem Terror auf allen Ebenen entgegen zu treten."

Warnungen des Geheimdienstes ignoriert?

Der türkische Geheimdienst hat die türkische Polizei kurz vor der Attacke in Istanbul offenbar zwei Mal vor bevorstehenden Anschlägen auf Touristen gewarnt. Im Fokus schon damals: 19 Verdächtige, die überwiegend aus Syrien stammen sollen. Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtet, informierte der MIT die Behörden am 17. Dezember und am 4. Januar darüber, dass das Terrornetzwerk "Islamischer Staat" Anschläge auf NATO-Gebäude, Botschaften und Konsulatsgebäude plane - alles Orte, die von Ausländern stark frequentiert werden. Der Geheimdienst berichtete demnach, Selbstmordattentäter seien in die Türkei eingereist und konkretisierte, sie hielten sich wohl bereits in Istanbul und in Ankara auf.

qu/se (afp, dpa, rtr)