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Politik

... Zahn um Zahn

Ein Selbstmordanschlag eines palästinensischen Extremisten hat eine neue Welle der Gewalt im Nahen Osten ausgelöst. Als Reaktion bombardierten israelische Kampfjets Einrichtungen der palästinensischen Autonomiebehörde.

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Polizisten in Hadera riegeln den Tatort ab

Bei den Angriffen zerstörten Kampfflugzeuge vom Typ F-16 am Freitag die Vertretung der Verwaltung von Jassir Arafat in der Stadt Tulkarem im Westjordanland. Das zweigeschossige Gebäude wurde in Trümmer gelegt. Nach Angaben des palästinensischen Rundfunks kam bei den Angriffen ein Palästinenser ums Leben, etwa 20 wurden verletzt. Außerdem verstärkten die Streitkräfte ihre Stellungen in Ramallah und rückten erneut bis auf wenige Meter vor das Hauptquartier des palästinensischen Präsidenten Arafat.

Selbstmordanschlag auf Familienfeier

Auslöser der israelischen Angriffe war das Selbstmordattentat eines Palästinensers auf eine Familienfeier in der israelischen Stadt Hadera am Donnerstag. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet und 30 verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP die der Fatah-Organisation Arafats nahe stehende Al-Aksa-Brigade.

Augenzeugenberichten zufolge kam der Attentäter durch den Haupteingang und feuerte mit einem Sturmgewehr auf die Festgesellschaft, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Hadera liegt im Norden Israels in der Nähe des Westjordanlandes und war in den vergangenen Monaten Schauplatz mehrerer Anschläge von Palästinensern.

Rache für Tod eines Brigade-Führers

In einer Erklärung der Al-Aksa-Brigade hieß es, der Mann namens Abed Hassuna aus einem Dorf bei Nablus habe mit der Tat den Tod von Raid Karmi rächen wollen. Karmi, der Führer der Brigade, war am Montag bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben gekommen. Die Al-Aksa-Brigade machte Israel für Karmis Tod verantwortlich und kündigte Vergeltungsaktionen an.

EU ruft zu weiteren Verhandlungen auf

Trotz der neuen Welle der Gewalt gibt es nach Ansicht des EU-Beauftragten für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, keine Alternative zur Fortsetzung des Friedensprozesses. "Wir müssen versuchen, die Parteien wieder an den Tisch zu bekommen", sagte er der ARD. Gleichzeitig verurteilte er den Anschlag von Hadera. "Wir müssen ganz klar im Namen der EU sagen, dass dies nicht akzeptabel ist". Der amerikanische Außenminister Colin Powell bezeichnete das Selbstmordattentat während seines Indienbesuchs als "terroristischen Mord", der die Suche nach einem Weg zu einem Waffenstillstand zwischen beiden Seiten blockiere. (mik)

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  • Datum 05.11.2002
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