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Politik

Blutige Anschlagserie in Israel

Das Wochenende bescherte Israel die schlimmsten Anschläge seit langem. Die Autonomie-Behörde kündigte ein härteres Vorgehen an. Aber Skepsis ist angebracht. Ein Kommentar von Peter Philipp.

Die radikalen Palästinenser lassen sich von Präsident Arafat schon lange nichts mehr sagen. Für sie war das Einlenken Arafats in Richtung auf einen Frieden mit Israel vor nunmehr immerhin schon acht Jahren Verrat und die stockende Umsetzung des Oslo-Abkommens durch Israel in den Folgejahren der vermeintliche Beweis, dass dies der falsche Weg ist. Obwohl radikale Anhänger von "Hamas" und "Islamischem Jihad" – diese Gruppen sind für das Blutvergießen vom Wochenende verantwortlich – eigentlich ja gar nicht solch eines "Beweises" bedurften: Sie waren immer schon gegen den jüdischen Staat und sind israelischen "Hardlinern" wie einst Benjamin Netanyahu und heute Ariel Scharon wahrscheinlich eher dankbar, dass sie den in Oslo erhofften Frieden bis heute nicht zugelassen haben. Denn nur wenn die Palästinenser unter Besatzung und Restriktionen leiden, sind sie bereit, sich den Radikalen anzuschließen.

Arafat unter Druck von allen Seiten

Sie tun es heute in größeren Scharen als je zuvor. Und dafür hat PLO-Chef Yasser Arafat gesorgt: Die von seinen engsten Mitarbeitern geschürte Intifada, die seit Oktober vergangenen Jahres über 1000 Palästinensern den Tod gebracht hat, treibt den Radikalen tagtäglich neue Anhänger in die Arme. Arafat hatte sich von einem neuen Aufstand mehr Druck auf Israel erhofft, statt dessen ist er selbst unter Druck geraten. Bei seinen eigenen Leuten, weil Israel auf palästinensische Angriffe reagiert und oft auch überreagiert.

Arafat hat es nicht verstanden, diese für ihn katastrophale Konsequenz abzuwenden, er hat im Gegenteil allzu lange den Radikalen freie Hand gelassen. Wie schon vor seiner Rückkehr nach Palästina. Auch da gab er in Krisenzeiten immer den Radikalen nach. Und wurde dadurch zu deren willfährigem Instrument. Er wird jetzt kaum das Ruder herumwerfen können: Der Notstand in den Palästinensergebieten wird ihm ebenso wenig nützen wie friedfertige Erklärungen gegenüber den amerikanischen Nahostvermittlern.

Die Gewaltspirale dreht sich weiter

Dass diese sich gerade in der Region befinden, ist ja wohl der Hauptgrund für die Hintermänner des Terrors, junge Palästinenser zu Selbstmordanschlägen loszuschicken. Es geht hierbei nicht um Rache für diese oder eine andere Tat der Israelis, es geht darum, den Frieden auch schon im Ansatz zu verhindern.

Wenn Arafat es ernst wäre um den Frieden, dann hätte er schon längst gehandelt und statt Journalisten und Menschenrechtler Terroristen ins Gefängnis geworfen. Nach diesem Wochenende kommen die von ihm verkündeten Maßnahmen wahrscheinlich zu spät. Israel wird die Bluttaten nicht unbeantwortet lassen. Selbst auf die Gefahr hin, dass seine Antwort den Extremisten wieder neue Rechtfertigung für ihr blutiges Handwerk liefert.