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Aktuell Asien

Zahl der Toten nach Tempelbrand in Indien steigt weiter

Schwere Feuerwerks-Explosionen haben in einer Tempelanlage im indischen Bundesstaat Kerala mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen. Während die Zahl der Opfer weiter steigt, haben schon die Schuldzuweisungen begonnen.

Tragisches Ende der Feiern zum Neujahrsfest Vishu: Ein Schuppen voller Feuerwerkskörper ist im Südwesten Indiens in der Nähe eines Tempels explodiert. Mindestens 106 Menschen starben, mehr als 300 Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Viele der Verletzten erlitten schlimme Brandwunden. Bei dem Unglück in der Stadt Kollam in Kerala hatte in der Nacht ein Betonschuppen voller Raketen Feuer gefangen. Das Gebäude stürzte ein. Die Flammen griffen auf das Gelände über. Rund 10.000 Menschen wollten am Puttingal-Tempel das hinduistische Neujahrsfest Vishu feiern.

Die Marine und die Luftwaffe schickten Hubschrauber, um die Verletzten in Krankenhäuser zu bringen. Mehrere Stunden lang kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen, die mehrere Gebäude zum Einsturz brachten. Am Morgen war das Feuer unter Kontrolle gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Video ansehen 01:38

Über 100 Tote bei Brand in indischem Tempel

Indische Fernsehsender veröffentlichten Amateuraufnahmen aus der Nacht. Auf ihnen ist eine minutenlange Serie von Explosionen und dichter Rauch zu sehen. Spätere Bilder zeigten Rettungswagen, die zur Unfallstelle zwischen eingestürzten Stahl- und Betonteile fuhren. Dutzende Menschen versuchten, die Trümmer beiseite zu räumen. Als das Betongebäude in die Luft geflogen sei, habe der Boden gebebt, sagte der Augenzeuge Lallu S. Pilla der Nachrichtenagentur IANS. "Es herrschte absolutes Chaos, und Betonstücke lagen überall verstreut, manche sogar in 500 Metern Entfernung am Taxistand."

Weitere Opfer befürchtet

Unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes wurden weitere Opfer vermutet. Die Opfer starben beim Einsturz des Gebäudes und durch das anschließende Feuer, wie die Polizei mitteilte. Zudem sei durch den Unfall eine Massenpanik entstanden, bei der weitere Menschen starben. Es war bereits 3.30 Uhr morgens, als das Feuer ausbrach. Laut Medienangaben waren zu diesem Zeitpunkt immer noch mindestens 8000 Menschen an dem Tempel versammelt, um das Neujahrsspektakel zu verfolgen. Die Verletzten seien in zwölf verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Ein Krankenwagen wartet während des Feuerwerks vor der Katastrophe an dem Tempel (Foto: Reuters)

Ein Krankenwagen wartet während des Feuerwerks vor der Katastrophe an dem Tempel

Ministerpräsident Narendra Modi wollte den Ort der Tragödie noch an diesem Sonntag aufsuchen und kündigte eine Zahlung von 200.000 Rupien (2600 Euro) an die Familien der Todesopfer und 50.000 Rupien für jeden Verletzten an. "Meine Gedanken sind bei den Familien der Toten und ich bete für die Verletzten", schrieb er auf Twitter. Das Unglück sei herzzerreißend und schockierend. Er habe auch den Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda aufgefordert, nach Kerala zu kommen.

Der Ministerpräsident des Staates Kerala, Oommen Chandy, sagte, die Tempelmitarbeiter hätten das Feuerwerk abgehalten, obwohl ihnen von den örtlichen Behörden eine Genehmigung aus Sorge um die Sicherheit verweigert worden war. Mitarbeiter des Tempels erklärten lokalen Medien, es habe die Erlaubnis gegeben, Feuerwerkskörper zu zünden. Der Innenminister des Bundesstaates, Ramesh Chennithala, kündigte eine staatliche Untersuchung des Unglücks an.

Der Tempel hält in jedem Jahr ein großes Feuerwerk ab, das von Tausenden Gläubigen besucht wird, die das Festival der Göttin Bhadrakali, einer südindischen Version der Hindu-Göttin Kali, feiern. Große Feuerwerke sind in Indien zu zahlreichen Anlässen üblich, wie dem Lichterfest Diwali, dem hinduistischen Neujahrsfest Vishu und zu Hochzeiten. In Tempeln und auf religiösen Festivals kommt es immer wieder zu tödlichen Bränden und Massenpaniken. Grund sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. Zuletzt waren bei einer Explosion in einer Feuerwerksfabrik im südöstlichen Tamil Nadu sieben Arbeiter verletzt worden.

stu/fab (afp, dpa, epd)

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