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Aktuell Asien

Zahl der Toten in Bangladesch steigt weiter

Auch neun Tage nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch werden noch immer Tote aus den Trümmern geborgen. Der deutsche Textildiscounter Kik sieht sich derweil neuen Vorwürfen ausgesetzt.

Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf über 500. An diesem Freitag fanden die Rettungskräfte nach Angaben der Armee bislang mehr als 40 weitere Opfer. Die Zahl der Todesopfer kann sich noch erhöhen, noch immer werden mehr als 100 Menschen vermisst. Knapp 2400 Menschen konnten nach dem Unglück vom 24. April lebend geborgen werden.

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Bangladesch: Fabrikeinsturz und Profitstreben

Unterdessen sieht sich der deutsche Textildiscounter Kik neuen Vorwürfen ausgesetzt. Nach Angaben der "Kampagne für Saubere Kleidung" wurden in dem eingestürzten Gebäude zahlreiche Textilen von Kik gefunden. Der Discounter zeigte sich überrascht. Man werde die Vorwürfe prüfen. Fakt sei jedoch, dass es sei 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Kik und den im Rana Plaza tätigen Firmen mehr gegeben habe, teilte das Unternehmen im westfälischen Bönen mit. Parallel gehe es darum, Hinterbliebenen und Verletzten schnell zu helfen.

Bundeskanzlerin Angel Merkel sprach sich in diesem Zusammenhang für genaue Herkunftsnachweise auf Kleidungsstücken aus. Europa könne sich dafür einsetzen, sagte die Kanzlerin bei einer Diskussion über globale Gerechtigkeit auf den evangelischen Kirchentag in Hamburg. Merkel ergänzte, es sei wichtig, mit den Ländern, die in den letzten Jahren ihre Textilindustrie vorangebracht hätten, über die Gestaltung vorn Arbeitspläzen zu reden. Dabei sollten die westlichen Staaten aber nicht zu dominant auftreten.

Auch der TÜV steht in der Kritik

Auch das Unternehmen NKD aus dem oberfränkischen Bindlach bestätigte, dass es bis wenige Monate vor dem Unglück dort habe produzieren lassen. Die letzte Ware sei im Juni 2012 übergeben worden.

Nach Angaben der Kampagne für Saubere Kleidung wurde in dem Gebäude auch noch für andere Kunden in Europa und den USA genäht, darunter Mango aus Spanien und Primark aus Irland. Die Iren haben bereits mitgeteilt, ein Team  vor Ort arbeite daran, den Betroffenen Soforthilfe un langfristige Unterstützung zukommen zu lassen.

Der Technische Überwachungsverein (TÜV) Rheinland wies Vorwürfe zurück, er habe bei Überprüfungen der Fabrik keine Baumängel festgestellt. Der TÜV erklärte in Köln, Baumängel zu untersuchen sei nicht Gegenstand der Überprüfung gewesen. Aufgabe sei es lediglich gewesen, soziale und ethische Kriterien der Arbeitsgestaltung zu prüfen.

Ende der Streiks

Unterdessen kehrten Millionen von Textilarbeitern in die Fabriken rund um die Hauptstadt Dhaka zurück. Alle Fabriken hätten wieder geöffnet und die Arbeiter seien zur Arbeit gegangen, sagte der Vizepräsident des Textilarbeitgeberverbandes, Shahidullah Azim.

Textilarbeiter demonstrieren am 1. Mai für bessere Arbeitsbedingungen (foto: Reuters)

Die Wut ist groß: Arbeiter fordern besseren Schutz

Zahlreiche Arbeiter in den rund 4500 Textilfabriken des südasiatischen Landes waren nach dem Unglück aus Protest gegen ihre Arbeitsbedingungen in den Streik getreten.

Seit dem Einsturz in Savar, einem Vorort von Dhaka, wurden sieben Menschen festgenommen, darunter der Besitzer des Rana Plaza und mehrere Ingenieure. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Tötung.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Handelskommissar Karel De Gucht kündigten an, europäische Unternehmen zu Beratungen über die Sicherheitsstandards in den Fabriken in Bangladesch einzuberufen. Die Angelegenheit sei dringend, sagte ein Kommissionssprecher. Ashton und De Gucht hatten bereits am Dienstag die Behörden in Bangladesh zum Handeln aufgefordert und dabei mit Handelssanktionen gedroht.

gmf/mm ( afp, dpa)

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