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Afrika

Zahl der Piratenangriffe deutlich gestiegen

240 Schiffe haben Piraten im ersten Halbjahr dieses Jahres überfallen - doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Jemen stehen derweil 22 mutmaßliche Piraten vor Gericht.

Piraten im Indischen Ozean (Foto: dpa)

Kein Ende der Piraterie in Sicht

Die Zahl der Piratenangriffe hat sich im ersten Halbjahr weltweit mehr als verdoppelt. In den Monaten von Januar bis Juni 2009 griffen Piraten 240 Schiffe an. Im Vorjahreszeitraum seien es nur 114 gewesen, berichtete die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) am Mittwoch (15.07.2009) in Kuala Lumpur. Der Anstieg sei fast vollständig auf Überfälle im Golf von Aden und vor der Ostküste Somalias zurückzuführen.

In 78 Fällen enterten Seeräuber Schiffe, 31 davon wurden entführt. Insgesamt gerieten damit 561 Besatzungsmitglieder in die Gewalt der Piraten. 19 Seeleute wurden verletzt, sieben entführt und sechs getötet. Acht Seeleute werden vermisst. "Die Gewalt gegenüber der Besatzung nimmt weiter zu", heißt es in dem vierteljährlich herausgegebenen Bericht der IMB. Meist würden die Seeleute mit Schuss- und Stichwaffen angegriffen.

Weniger Angriffe in der Regenzeit

Somalische Piraten vor Gericht (Foto: AP)

Somalische Piraten vor Gericht

Die meisten der Angriffe, rund 130, gingen auf somalische Piraten im Golf von Aden und vor der Küste des Landes im Indischen Ozean zurück. Zuletzt hatte die Piraterie entlang der Küste des Landes am Horn von Afrika abgenommen. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf die Regenzeit sowie auf zunehmende Marineeinsätze mehrerer Länder in dieser Region. Die Piraten wichen infolge dessen auf den südlichen Teil des Roten Meeres und die Ostküste des Oman aus. Der Monsunregen in der Region werde voraussichtlich noch bis in den August anhalten. Daher sollte in diesem Gebiet die Alarmbereitschaft nicht nachlassen, warnt die IMB.

Erhöhtes Risiko auch vor Nigeria

Neben Somalia bleibt Nigeria eine für die Seefahrt gefährliche Region. Von dort seien im zweiten Quartal 13 Vorfälle gemeldet worden. "Die Mehrzahl der Angriffe erfolgte auf Schiffe, die die Ölindustrie unterstützen", sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. "Es ist dringend notwendig, dass jeder Vorfall gemeldet und den nigerianischen Behörden zur Kenntnis gebracht wird." Das sei die einzige Möglichkeit, das Risiko näher zu bestimmen und Reedern, Schiffseignern und Händlern genaue Hinweise geben zu können.

Angriffe in Südostasien und dem Fernen Osten nahmen laut IMB kräftig zu: Sie stiegen von zehn Fällen im ersten Quartal auf 21 im zweiten Quartal. Damit bestätige sich der Trend aus dem Jahr 2008. Mukundan wertete dies als "deutliches Anzeichen dafür, dass Piraterie und Raubüberfälle in Südost- und Ostasien das Potential haben zu eskalieren".

Jemen stellt 22 mutmaßliche Piraten vor Gericht

Im Jemen hat die Staatsanwaltschaft 22 mutmaßliche Piraten aus Somalia angeklagt. Die Männer erschienen am Mittwoch zu einer Anhörung in der jemenitischen Hafenstadt Aden. Sie bestritten die Vorwürfe. Vor etwa sechs Monaten waren sie im Golf von Aden von den Besatzungen eines russischen und eines indischen Kriegsschiffes festgenommen und den jemenitischen Behörden übergeben worden. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Gefängnisstrafen zwischen fünf und zehn Jahren. (nem/kle/ap/rtr/dpa)

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