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Drogenkriminalität

Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt zum vierten Mal in Folge

Der in Berlin vorgestellte Jahresbericht der Bundesregierung zur Rauchgiftkriminalität zeigt: Die Zahl der Menschen, die an Drogenkonsum sterben, steigt weiter an. Das entspricht dem Trend der vergangenen Jahre.

1333 Menschen sind Jahr 2016 in Deutschland durch Drogenkonsum ums Leben gekommen - neun Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, und vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, vorgestellten Jahresbericht hervor. Schon 2015 war die Zahl um 18,8 Prozent auf 1226 gestiegen. 2014 waren es 1032, 2013 noch 1002 Drogentote. Bis 2012 ging die Opferzahl dagegen zurück.

Dem Trend liegen Experten zufolge unter anderem eine steigende Stoffqualität und sinkende Preise zugrunde. Wie aus dem aktuellen Bericht hervorgeht, waren die Todesfälle im vergangenen Jahr besonders häufig auf den Konsum sogenannter Designerdrogen zurückzuführen.

Erstmals auch Opioid-Tote erfasst

2016 wurden demnach 98 Todesfälle durch sogenannte Legal Highs registriert, das waren fast dreimal so viele wie im Jahr davor. 2015 starben 39 Menschen infolge des Konsums solcher neuer psychoaktiver Stoffe (NPS), die meist über Onlineshops als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert und verkauft werden. Ihre Zusammensetzung ist oft nicht bekannt, was hohe Risiken für die Konsumenten birgt. In dem neuen Bericht wurden erstmals auch die Todeszahlen durch synthetische Opioide, also synthetische Schmerzmittel, erfasst.

Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, hatte im Vorfeld ein Umdenken in der Drogenpolitik gefordert. "Dass die Substanzen immer reiner und preiswerter werden, zeigt, dass wir mit der Verbotspolitik an diesem Ende nicht weiter kommen", erklärte Gaßmann. Für Bundes- und Länderregierungen bestehe längst dringender Handlungsbedarf. Notwendig seien "fachpolitische Lösungen", so der Suchtexperte.

Marlene Mortler bezeichnete die immer größere Bandbreite verfügbarer Substanzen und den zunehmenden Mischkonsum als besonders problematisch. Bei der Prävention müsse daher deutlich früher angesetzt werden, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in Berlin.

hk/sti (dpa, afp)

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