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Aktuell Welt

Wut und Staatstrauer nach Flugzeugabschuss in der Ukraine

Der Abschuss einer Militärmaschine durch prorussische Separatisten hat in der Ukraine Bestürzung ausgelöst. Vor der russischen Botschaft in Kiew kam es zu Ausschreitungen. Präsident Poroschenko rief Staatstrauer aus.

In Kiew machten wütende Demonstranten Russland für die Gewalt in der Ostukraine mitverantwortlich. Sie bewarfen die Botschaft Moskaus in der ukrainischen Hauptstadt mit Farbbeuteln und Eiern, stürzten Diplomatenfahrzeuge um und rissen die russische Fahne vom Botschaftsgebäude. Rund ein Dutzend Polizisten beobachteten die Szene, griffen jedoch nicht ein, wie Reporter der französischen Agentur AFP berichteten. Die russische Regierung erhob umgehend Protest. Man sei empört über den "Angriff" auf die Vertretung und die Tatenlosigkeit der ukrainischen Sicherheitskräfte, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Moskau.

Ein Demonstrant reißt die russische Fahne vor der Botschaft in Kiew herunter (Foto: dpa)

Ein Demonstrant reißt die russische Fahne vor der Botschaft in Kiew herunter

Bei dem Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeug durch prorussische Separatisten wurden alle 49 Menschen an Bord getötet, 40 Soldaten und neun Besatzungsmitglieder. Es ist der bisher schwerste Schlag gegen die ukrainische Armee seit Beginn ihrer sogenannten Anti-Terror-Operation gegen die militanten prorussischen Kräfte im Osten der ehemaligen Sowjetrepublik.

Beschuss beim Anflug auf Luhansk

Die Transportmaschine vom Typ Iljuschin IL-76 war in der Nacht zum Samstag beim Landeanflug auf den Flughafen der Großstadt Luhansk mit Raketen beschossen worden. Die Separatisten bekannten sich zu dem Angriff. Luhansk ist eine ihrer Hochburgen. Aufnahmen einer Überwachungskamera am Flughafen zeigen einen kurzen Blitz, als das Flugzeug getroffen wurde, etwa 30 Sekunden später explodierte die Maschine beim Aufprall auf dem Boden.

Poroschenko kündigt Vergeltung an

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko drohte den Separatisten mit Vergeltung. Der Abschuss sei ein "zynischer terroristischer Akt, der unbedingt bestraft werden wird". Die Täter würden eine "angemessene Antwort" erhalten, betonte der Präsident. Er rief für diesen Sonntag eine landesweite Staatstrauer aus. Für Montag berief Poroschenko den Nationalen Sicherheitsrat ein. Er wolle auf der Sitzung einen Friedensplan vorstellen. "Wir werden hart und gezielt durchgreifen", sagte der Staatschef. Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in der Ostukraine sind bisher mindestens 320 Kämpfer beider Seiten und Zivilisten getötet worden.

wl/re (afp, dpa, rtr)