1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Wulff gedenkt der Holocaust-Opfer

Bundespräsident Wulff hat an die Deutschen appelliert, die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht zu vergessen. Dafür müssten sie ewig einstehen, sagte er in Auschwitz zum 66. Jahrestag der Befreiung des KZ.

Bundespräsident Christian Wulff legt in Auschwitz am Denkmal der Opfer des Konzentrationslagers eine Kerze nieder (Foto: dapd)

Am internationalen Holocaust-Gedenktag (27.01.2011) ist in Deutschland und weltweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Bundespräsident Christian Wulff betonte bei den Gedenkfeierlichkeiten im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau die historische Verantwortung der Deutschen, die unabhängig von individueller Schuld bestehe.

"Der Name Auschwitz steht wie kein anderer für die Verbrechen Deutscher an Millionen von Menschen", sagte Wulff bei der Gedenkveranstaltung zum 66. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers, wo er als erstes deutsches Staatsoberhaupt eine Rede hielt.

Der Bundespräsident mahnte die Erinnerung wach zu halten. Das Wissen um das geschehene Grauen sei "Mahnung und Verpflichtung für die gegenwärtigen und kommenden Generationen, die Würde des Menschen unter allen Umständen zu wahren und niemals mehr andere zu verfolgen, zu erniedrigen oder gar zu töten, weil sie anders sind in Glaube, Volkszugehörigkeit, politischer Überzeugung oder sexueller Orientierung."

Wulff spricht mit Überlebenden und Jugendlichen

Der Bundespräsident betonte, die Jugend müsse die Wahrheit über das nationalsozialistische Terrorregime kennen. Dann würde sie denen entschieden widersprechen, die die Tatsachen leugneten oder verfälschten.

Wulff dankte den Holocaust-Überlebenden und den Nachkommen der Opfer für ihren Versöhnungswillen. Die Deutschen wüssten es zu schätzen, dass in ihrem Land wieder jüdisches Leben blühe, die Beziehungen zu Israel einzigartig seien und es eine tiefe Freundschaft zu Polen und anderen Nachbarn gebe.

Jüdische Kinder im Konzentrationslager Auschwitz bei ihrer Befreiung 1945 (Foto: AP)

Jüdische Kinder im Konzentrationslager Auschwitz bei ihrer Befreiung 1945

Wulffs polnischer Kollege Bronislaw Komorowski sagte, es gelte die Frage zu stellen, wie die Welt vor Verbrechen, Hass und der Missachtung der Menschenrechte geschützt werden könne. "Dies sind wir allen schuldig, die in Auschwitz gestorben sind, aber auch all jenen, die vor nicht so langer Zeit auf dem Balkan und anderswo gestorben sind", sagte der polnische Präsident.

Nach dem Treffen legten die beiden Staatschefs gemeinsam mit mehreren Überlebenden, Jugendlichen und Vertretern der jüdischen Gemeinde Kränze an der Hinrichtungsmauer in Auschwitz nieder. Anschließend nahmen die Präsidenten an der zentralen Gedenkfeier in Birkenau für die rund 1,1 Millionen während der Nazizeit in den beiden Lagern ermordeten Menschen teil.

Sowjetische Soldaten hatten am 27. Januar 1945 etwa 7.000 Gefangene des Vernichtungslagers befreit. Kurz zuvor hatten die Nationalsozialisten fast 60.000 Gefangene von Auschwitz aus auf einen sogenannten Todesmarsch getrieben. Im größten NS-Vernichtungslager wurden während des Zweiten Weltkriegs mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet; die meisten von ihnen waren Juden. Auf 200 Hektar Museumsgelände befinden sich heute rund 150 Gebäude und 300 Ruinen. Seit 1979 steht der gesamte Lagerkomplex auf der Welterbeliste der UNESCO.

Autor: Hajo Felten (rtr, afp, ap, dpa, kna, epd)
Redaktion: Sabine Faber

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema