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Kultur

"Won Webby. Next beat Bush"

Was für das Kino der Oscar ist, will im Netz der "Webby-Award" sein. Jetzt war es wieder soweit: 150 Anwärter in 30 Kategorien - von Nachrichten bis Verrücktes - rechneten sich Chancen aus.

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Der Pokal, der Webmaster-Herzen höher schlagen lässt

Die "Webby-Awards" sind sich treu geblieben: Auch 2003 gehen die Preise zumeist an populäre Megasites made in USA. So liefert angeblich Google News die besten Nachrichten. Lonelyplanet.com gibt die nützlichsten Reisetipps. Und beim Internetshopping ist – wer hätte es gedacht? – der Buchhändler Amazon.com unschlagbar. Zu diesem Schluss jedenfalls kam am Donnerstag (5.6.2003) die Academy of Digital Arts and Sciences.

Spaß muss sein

Immerhin: Die Webby-Juroren konnten sich hier und da auch zu orginellen Entscheidungen durchringen. So traf der Humor der englischen Webseite rathergood.com in der Kategorie "Weired" (Seltsam) den Geschmack der Jury.

Den Politik-Webby holte sich die vielbesuchte Webseite moveon.org, ein Forum für Anti-Kriegsaktivisten. Sie bedankten sich bei den Veranstaltern mit dem knappen Spruch: "Won Webby. Next beat Bush" (Webby gewonnen. Jetzt Bush besiegen). Nach alter Webby-Tradition müssen sich alle Preisträger auf fünf Worte beschränken.

Virtuelle Gala

Doch vieles war in diesem Jahr anders. Im Gegensatz zu früheren Webby-Award-Shows, bei denen in San Francisco der Rote Teppich ausgerollt wurde, fand die siebte Verleihung weltweit im Internet statt.

Ende April hatten die Veranstalter die geplante Gala abgesagt, weil viele Nominierte aus 24 Ländern Sorge hatten, in politischen Krisenzeiten von weither anzureisen. Angeblich waren mehr als 5000 Internetsurfer in aller Welt dem Aufruf gefolgt, virtuell an der Show teilzunehmen. Auf über 150 Partys von Tokio über New York bis Paris wurden die Gewinner der besten Webseiten auch offline gefeiert.

Foto-Fisch

Gute Laune gab es zum Beispiel auch beim Online-Foto-Service Snapfish.com. Die Seite erhielt den Sonderpreis "Rising Star" für die am schnellsten wachsende Webseite im Internet. Fünf Millionen Benutzer stellen dort über 100 Millionen Fotos ins Netz. "Wir wachsen, wir machen Profit und haben Cash", frohlockte Ben Nelson vom Snapfish-Team. Nach dem Internet-Crash der letzten Jahre schaut er - mit einem Ehren-Webby in der Hand - ganz optimistisch in die virtuelle Zukunft. (hh)

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