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Aktuell Asien

Wo ist Kim Jong Un?

Schon seit Wochen hat sich Nordkoreas Machthaber nicht mehr öffentlich gezeigt. Seine Abwesenheit heizte Spekulationen an, die bis hin zu seiner möglichen Entmachtung reichten. Jetzt weiß Südkorea Neues zu berichten.

Wenn Nordkorea an diesem Freitag den Gründungstag der herrschenden Arbeiterpartei feiert, schaut die ganze Welt gebannt nach Pjöngjang. Wird sich Machthaber Kim Jong Un nach wochenlanger Abwesenheit wieder in der Öffentlichkeit zeigen? Die Staatsmedien werden sonst nicht müde, über seine Aktivitäten zu berichten, doch zuletzt ist es ruhig geworden um den Sohn von Kim Jong Il.

Jetzt kommen neue Informationen aus Südkorea. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Südkorea heilt Kim Jong Un eine "nicht öffentlich gemachte Krankheit" aus. Verteidigungsminister Han Min Koo habe damit Kims wochenlange Abwesenheit erklärt, berichtet die Zeitung "Chosun Ilbo" online. Es gebe dazu glaubwürdige Informationen von einem Aufklärungsdienst des Ministeriums.

Demnach befindet sich Kim Jong Un zur Erholung an einem Ort nördlich der Hauptstadt Pjöngjang. Eine Bestätigung aus Nordkorea dafür gibt es nicht. Man versuche alles, um mehr über die Lage im Nachbarland herauszufinden, heißt es aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium.

"Unwohlsein"

Kims Verschwinden führte im Ausland zu zahlreichen Spekulationen um seine Gesundheit wie auch um seine Machtstellung. Die bisher letzten Bilder von einem öffentlichen Auftritt stammen von Anfang September, als Kim ein Konzert besuchte. Nordkorea hatte über die staatlichen Medien kürzlich lediglich ein "Unwohlsein" des nach unterschiedlichen Angaben 31 oder 32 Jahre alten Staatschefs eingeräumt.

Kim Jong Un (Foto: Reuters)

Übergewichtig: Kim Jong Un

Südkoreanische Medien hatten indes gemeldet, Kim habe wahrscheinlich aufgrund seines Übergewichts Probleme mit den Beinen und leide an Gicht. Auch habe er wohl Diabetes und Bluthochdruck. Zudem gibt es Zweifel an der Stellung Kims innerhalb des nordkoreanischen Führungszirkels. "Es gibt Indizien, dass er nicht die Autorität hat", sagt ein westlicher Beobachter, der die Vorgänge in Nordkorea genau verfolgt.

Dass ein öffentlicher Auftritt von Kim am Freitag die Spekulationen um seine Machtstellung beenden wird, ist nicht zu erwarten. Er könnte jedoch die Sorgen der südkoreanischen Führung schmälern, die befüchtet, dass eine längere Abwesenheit Kims zu größerer Instabilität in der Region führen wird.

wa/djo/se (afp, dpa, rtr)

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