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Politik

Wiederaufbau braucht Geld und Zeit

500 Millionen Euro hat die Bundesregierung als Fluthilfe betroffenen Regionen in Südasien für die nächsten drei bis fünf Jahre zugesagt. Wie wird das Geld verteilt?

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Soforthilfe vor allem mit Mitteln des Auswärtigen Amts begann direkt nach dem Seebeben am 26. Dezember 2004, die Versorgung mit dem Nötigsten dauert bislang an. Wiederaufbau braucht jedoch mehr Zeit. "500 Millionen Euro lassen sich heute noch nicht auf fünf Jahre verteilen", sagt Stephan Bethe vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Erst müssten die betroffenen Länder und die anderen Geberstaaten sich darüber abstimmen, was gebraucht werde und wer es leiste.

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Aufräumen in Banda Aceh: Ein Mann schleppt verrottete Reissäcke weg

"Wiederaufbau dauert länger und ist ein Prozess", sagt Bethe vom BMZ. Es solle ja auch das Richtige getan werden. Die Herstellung von Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäusern, Straßen oder Energie- und Wasserversorgung ist damit gemeint. Den Menschen soll zudem ermöglicht werden, sich ihren Lebensunterhalt wieder selbst zu verdienen.

Entwicklungshilfe und Extrageld

Der BMZ-Haushalt beträgt 2005 wie auch im Vorjahr 3,8 Milliarden Euro. Die halbe Milliarde Fluthilfe der Bundesregierung steht zusätzlich zur Entwicklungshilfe zur Verfügung. Von diesem Extrageld gibt die Bundesregierung 50 Millionen Euro an das Soforthilfeprogramm der Vereinten Nationen weiter. Die anderen 450 Millionen Euro sind für den Wiederaufbau in den beiden besonders stark betroffenen Staaten Indonesien und Sri Lanka vorgesehen. Ob dieser fünf Jahre dauert oder schneller geht, ist nach Auskunft des BMZ derzeit nicht absehbar.

Geld für GTZ und KfW

Das Geld geht an die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), deren Hauptauftraggeber das BMZ ist, und an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese Bankengruppe ist Förderbank des Bundes und der Länder und führt ähnlich der GTZ Entwicklungsprojekte in einzelnen Ländern durch. "Wir beauftragen die beiden Durchführungsorganisationen, die Projekte vor Ort für uns abzuwickeln", gibt BMZ-Mann Bethe Auskunft.

Einheimische Handwerker

GTZ- und KfW-Mitarbeiter planen und kontrollieren Projekte und geben Beratung zu diesen Vorhaben. Durchgeführt werden sie nach Auskunft der GTZ zumeist von lokalen und regionalen so genannten Unterauftragnehmern. "Das können Kommunen sein, Nicht-Regierungsorganisationen oder Unternehmen", sagt Hans Stehling von der GTZ. Mit dem Bau neuer Schulen oder der Reparatur von Fischerbooten würden beispielsweise einheimische Handwerkerbetriebe beauftragt.

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In Sri Lanka geht die Soforthilfe bereits in den Wiederaufbau über. In dem Land war die GTZ bereits vor der Flutkatastrophe mit Projekten vertreten und konnte schnell handeln. Am Sonntag (20.2.2005) wird Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in der Krisenregion erwartet. Laut Bethe vom BMZ gibt es bereits erste Aufbaupläne der Regierung Sri Lankas, die nun mit verschiedenen Geberländern abgestimmt würden.

Auf der ausführenden Seite tut sich ebenfalls was: "Wir haben Vorschläge für verschiedene Projekte zum Wiederaufbau gemacht. Jetzt warten wir auf Aufträge aus dem BMZ", sagt Stehling von der GTZ. Er rechnet mit einer schnellen Entscheidung des Ministeriums. Genaue Termine oder Geldbeträge nennen aber weder die Organisation noch das BMZ. Bei der Frage, was wann und von wem gemacht wird, sei man auch auf die Regierungen der betroffenen Länder angewiesen, heißt es beim Entwicklungsministerium.

Fortschritt dauert

Die indonesische Regierung plant am 26. März, drei Monate nach dem Seebeben, ihren Masterplan für den Wiederaufbau der betroffenen Regionen vorzustellen. Anhand dessen können dann die Geberstaaten entscheiden, was welches Land leistet. Bis dahin wird in Indonesiens Flutregion die Soforthilfe auch mit deutscher Unterstützung weitergehen. Der Übergang von Maßnahmen wie der Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Behausungen hin zum Wiederaufbau ist ohnehin fließend. "Hilfe ist - besonders bei einer Katastrophe solchen Ausmaßes - ein fortschreitender Prozess", sagt Stehling von der GTZ.

In Indonesien waren bisher kaum ausländische Hilfsorganisationen vertreten, so dass sie nach Auskunft des Entwicklungsministeriums in Bonn nicht auf bestehende Kontakte und Strukturen zurückgreifen können. Auch darum dauert der Fortschritt länger.

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