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Aktuell Afrika

Wieder Tote in Burundi vor Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Trotz eindringlicher Appelle der internationalen Gemeinschaft ist in Burundi kein Ende der Gewalt in Sicht. Zuletzt wurden in der Hauptstadt Bujumbura Gäste in einer Bar willkürlich erschossen.

"Sie haben kaltblütig auf sie geschossen, es war wirklich eine Hinrichtung", sagte Bujumburas Bürgermeister Freddy Mbonimpa. Das Lokal liegt in einem Stadtviertel, in dem überwiegend Anhänger der Opposition wohnen. Die unbekannten Täter waren in der Nacht zum Sonntag in die Bar eingedrungen.

Mit Waffengewalt zwangen sie die Besucher, die im Freien etwas tranken, in die Gaststätte zurück und befahlen ihnen, sich dort auf den Boden zu legen. Danach schossen die Angreifer auf die am Boden Liegenden. Mindestens sieben Menschen wurden getötet.

Polizei im Verdacht

Präsident Pierre Nkurunziza hatte zuletzt drastische Drohungen gegen seine Gegner ausgesprochen. Laut Menschenrechtlern wurden bereits mehr als 200 Unterstützer der Opposition gezielt getötet. Der Verdacht falle auf die Polizei. Sie hatte am Freitag Willy Nzitonda festgenommen, den Sohn von

Pierre-Claver Mbonimpa, einem prominenten Nkurunziza-Kritiker

. Nzitonda wurde Stunden später erschossen aufgefunden.

Der UN-Sicherheitsrat will sich am Montag mit der Eskalation der Gewalt in dem ostafrikanischen Land beschäftigen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, die USA und die Europäische Union hatten kürzlich in eindringlichen Appellen eine Ende der Gewalt gefordert.

Flucht vor dem drohenden Brügerkrieg

Die Ankündigung von Staatschefs Nkurunziza, für ein drittes Mandat anzutreten, hatte im Frühjahr die Krise ausgelöst. Proteste der Opposition wurden mit Gewalt niedergeschlagen. Zahlreiche Journalisten, Politiker und andere Kritiker wurden inhaftiert, angegriffen oder ermordet.

Gegen den Widerstand der Opposition wurde Nkurunziza im Juli für eine dritte Amtszeit gewählt. Mehr als 210.000 Bürger sind seit April aus Angst vor einer Eskalation der Lage außer Landes geflohen. Ein Bürgerkrieg mit rund 300.000 Toten war erst vor gut zehn Jahren zu Ende gegangen. Auch in den vergangenen Tagen verließen zahlreiche Bewohner die Hauptstadt, weil sich die Sicherheitslage zunehmend verschlechtert.

uh/se (afp,dpa)