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Nahost-Konflikt

Wieder Tote bei Messerangriff in Israel

Eine israelische Polizistin ist in der Jerusalemer Altstadt bei einem Messerangriff getötet worden. Es ist eine neue Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern.

Die 23 Jahre alte Polizeibeamtin sei schwer verwundet worden und später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, teilten die Behörden mit. Drei "arabische Terroristen" seien bei dem Vorfall am Damaskus-Tor am Ost-Eingang der Altstadt von Einsatzkräften erschossen worden.

Palästinenser hätten auf Sicherheitskräfte geschossen und auch versucht, sie mit Messern anzugreifen, teilte eine israelische Polizeisprecherin mit. Bei den Vorfällen habe es noch weitere Verletzte gegeben. Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas sprach von einem "heldenhaften Angriff" in Jerusalem. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte, dass drei Palästinenser umkamen. Zwei von ihnen stammten aus Hebron und Ramallah im Westjordanland, die Identität des Dritten sei noch unklar. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" beanspruchte die Tat für sich. Kurz darauf erklärte ein hochrangiger Vertreter der radikalislamischen Hamas, der IS stehe nicht hinter der Tat. Die Angriffe seien von Mitgliedern der Hamas und der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) verübt worden. Die PFLP bestätigte die Angaben.

Der Streit um den Tempelberg

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor knapp zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen, für die sie zumeist Messer verwendeten, ums Leben. Mehr als 40 Israelis wurden in dem Zeitraum getötet. Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt aber eine Eigendynamik entwickelt. Sie wird durch die Frustration der Palästinenser über die fortwährende israelische Besatzung weiter angeheizt.

ml/ust (dpa, afp, rtr)