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Welt

Wie geht es weiter in Nordkorea?

Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il rätselt die Welt, welchen Kurs der bettelarme Staat einschlägt. Vor allem die Nachbarn blicken nervös auf das unberechenbare Land.

Südkoreanische Soldaten schauen auf einen Bildschirm mit einem Foto des verstorbenen nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il (Foto: AP)

Trauerfall : Kim Jong Il ist tot

Der Tod des Staatsführers von Nordkorea, Kim Jong Il, hat bei den Nachbarländern große Sorge vor einer gefährlichen Instabilität ausgelöst. Während Südkorea nach Angaben des Generalstabs der Streitkräfte die Kontrolle der innerkoreanischen Grenze und des Luftraums verstärkte, berief Japan seinen Sicherheitsrat ein. Regierungschef Yoshihiko Noda wies am Montag (19.12.2011) das Verteidigungsministerium und andere Regierungsstellen an, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten.

Warten auf Unstimmigkeiten

Menschen in Südkorea verfolgen die TV-Nachrichten (Foto: AP)

Die Menschen in Südkorea verfolgen aufmerksam die Nachrichten über den Todesfall in Nordkorea

Bisher seien jedoch keine "ungewöhnlichen Aktivitäten" der nordkoreanischen Volksarmee beobachtet worden, hieß es von Seiten der südkoreanischen Streitkräfte. Genährt wurden die Sorgen vor einer Destabilisierung der Region durch einen Raketentest des international isolierten Landes. Vertreter der südkoreanischen Streitkräfte werteten den Test allerdings als Teil einer geplanten Militärübung und nicht als erste Amtshandlung des neuen Machthabers. US-Präsident Barack Obama und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak wollten die Entwicklungen genau verfolgen.

Staatsbegräbnis am 28. Dezember

Landkarte mit Nordkorea und Hauptstadst Pjöngjang (Foto/DW-Grafik: Simone Hüls)

Nur kurz nach der Veröffentlichung der Todesnachricht zeigte das nordkoreanische Staatsfernsehen immer wieder Bilder von weinenden Menschen in Pjöngjang. Viele Menschen gingen auf den Straßen auf die Knie. Regierungsbeamte riefen: "Das können wir nicht glauben." Es sei "der größte Verlust für unsere Partei und der größte Trauerfall für das Volk", sagte eine in schwarz gekleidete nordkoreanische Nachrichtensprecherin mit Tränen in den Augen.

Große Menschenmengen versammelten sich vor den großen Denkmälern für Kims Vater, den "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung. Sein Sohn werde neben dem Vater zur Ruhe gebettet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Regime rief eine 13-tägige Trauerperiode bis zum 29. Dezember aus, das Staatsbegräbnis wurde für den 28. Dezember angesetzt.

Der Sohn als "großartige Nachfolger"

Kim Jong Un, Sohn des verstorbenen nordkoreanischen Diktators (Foto: AP)

Wird als 'großartiger Nachfolger' gepriesen: Kim Jong Un

Kims Sohn, der knapp 30-jährige Kim Jong Un, sei zum Vorsitzenden der Beisetzungskommission für seinen Vater ernannt worden, hieß es. Nordkoreas Militär und die Bevölkerung hätten dem als "großartigen Nachfolger" gepriesenen Diktatoren-Sohn die Treue geschworen. Kim Jong Il, der am Samstag während einer Inspektionsreise mit dem Zug an einem Herzinfarkt gestorben war, hatte zuletzt die Übertragung der Macht auf seinen Sohn vorangetrieben. Kim Jong Un war im September 2010 zum Vier-Sterne-General ernannt und in die erweiterte Führungsriege der Arbeiterpartei aufgenommen worden. Damit war er praktisch zum Nachfolger des verstorbenen Staatschefs ernannt. Der Machttransfer ist nach Meinung von Experten eine große Herausforderung für eine Diktatur wie Nordkorea. Der Erfolg gilt als nicht garantiert.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle rief die künftige Führung in Nordkorea zu Reformen auf. "Die Menschen leiden unter der Diktatur", sagte er. "Sie brauchen neue Wohlstandschancen."

Nordkorea, das sich seit dem Endes des Korea-Kriegs (1950-1953) noch immer im Kriegszustand mit Südkorea befindet, ist vor allem wegen seines umstrittenen Atomprogramms isoliert. Die Wirtschaft im Norden liegt auch aufgrund der harten Sanktionen danieder, die Bevölkerung leidet immer wieder unter Hunger. Die Opposition wird in dem militärisch hochgerüsteten Staat rücksichtslos unterdrückt.

Autorin: Pia Gram (dpa, dapd, afp, rtr)
Redaktion: Thomas Grimmer

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