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Asien

Nach Kim kommt Kim

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il ist tot. Auch sein Nachfolger ist bekannt: sein Sohn Kim Jong Un. Der Machtwechsel wird das politische Schicksal des Landes nicht verändern, glaubt Hao Gui.

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Die Welt hat einen Diktator weniger. Doch wahrscheinlich steht schon der nächste bereit. Denn nach Kim kommt Kim. Was in einer kaiserlichen Dynastie üblich war, sehen wir nun in dem diktatorisch regierten Land, offiziell Demokratische Volksrepublik Korea genannt. Auf den Großvater Kim Il-Sung folgte der Sohn Kim Jong Il. Nach dessen Tod kommt nun der Enkel Kim Jong Un an die Macht. Kim, Kim und noch einmal Kim – ein Clan, der Nordkorea seit mehr als sechs Jahrzehnten regiert, ohne sichtbare Erfolge.


Deutsche Welle Hao Gui

Hao Gui, Asien Programm der Deutschen Welle

Wirtschaftlich liegt das Land total am Boden und kann ohne internationale Hilfe, vor allem aus China und Russland, nicht überleben. 24 Millionen Menschen in Nordkorea kämpfen ums pure Überleben. Hungersnot, Missernte und marode Wirtschaft. Die einzige Trumpfkarte, die Nordkorea zu haben meint, ist das Atomprogramm. Ein effektives Druckmittel, mit dem das Regime glaubt, die USA bezwingen zu können.

Tatsache ist aber, dass sich das Land immer mehr international isoliert. Selbst der große Bruder China scheint hinter den Kulissen verärgert zu sein und setzt das Regime bei den Atomgesprächen unter Druck. Das hat den Machthaber, den ein deutsches Nachrichtenmagazin "den Verrückten mit der Bombe" nannte, nicht beeindruckt. Der Despot Kim Jong Il regierte weiterhin skurril und skrupellos. Während seine Bevölkerung Hunger litt, ließ es sich der angebliche Cognac- und Bordeaux-Liebhaber gut gehen, bis zu seinem letzten Atemzug.


Kim Jong Un, nicht mal 30 Jahre alt, soll nun in die Fußstapfen seines Vaters treten. Der junge Mann steht vor großen Herausforderungen, zu denen auch ein riesiger bürokratischer Apparat zählt. Über seinen Führungsstil und seine politischen Standpunkte weiß die Welt nicht viel. Bekannt ist nicht einmal, in welchem Jahr er geboren wurde. Jetzt auf einen politischen Neuanfang zu hoffen, wäre unrealistisch.


Seit er vor einem Jahr in die oberste Führungsriege aufgestiegen war, stand Kim Jong-Un immer im Schatten seines Vaters und konnte seine politischen Fähigkeiten nicht unter Beweis stellen. Mächtige Militärs und Strippenzieher in der Partei könnten auch Interesse am Status des "Großen Führers" haben. Hinter verschlossenen Türen wird das Land von vielen wenig bekannten Interessenparteien regiert. Kim, ob Jong Il oder Jong Un, ist nur ein Name, ein öffentlich propagierter Personenkult und das Gesicht eines Zombie-Staats, dem schon mehrfach Untergang prophezeit wurde. Aber Totgesagte leben länger.

Autor: Hao Gui
Redaktion: Sybille Golte-Schröder