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Südosteuropa

Widerstand gegen Serbiens starken Mann

Nach dem Sieg von Aleksandar Vucic bei der serbischen Präsidentschaftswahl wächst die Protestbewegung gegen ihn. Vor allem junge Menschen gehen auf die Straßen.

"Vucic, du Dieb, du hast die Wahlen gestohlen", riefen tausende, zumeist junge Demonstranten, die am Dienstagabend durch das Zentrum der Hauptstadt Belgrad zogen. Sie hielten Transparente mit Parolen wie "Du bist nicht mein Präsident" in die Höhe und verliehen ihrem Protest mit Trommeln und Trillerpfeifen lautstark Ausdruck.

Proteste in Belgrad (Getty Images/AFP/A. Isakovic)

Klare Botschaft: "Nicht mein Präsident"

Auch in der zweit- und der drittgrößten Stadt des Landes - Novi Sad im Norden und Nis im Süden - sowie in weiteren Orten fanden nach Angaben örtlicher Medien Demonstrationen gegen Vucic statt.

Die Studenten und Schüler hatten sich über soziale Netzwerke verabredet und wollten sich keiner der untereinander zerstrittenen Oppositionsparteien zuordnen lassen. Schon am Montagabend hatten sich in Belgrad, Novi Sad und Nis mehrere hundert Menschen an Demonstrationen gegen den künftigen Staatschef beteiligt.

Wahlsieg schon in Runde 1

Der bisherige Regierungschef Vucic hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag mit 55 Prozent der Stimmen klar gewonnen, die übrigen zehn Kandidaten landeten weit abgeschlagen hinter ihm. Vucic soll sein neues Amt Ende Mai antreten.

Gegner des 47-Jährigen kritisieren vor allem, dass der Wahlkampf angesichts von Vucics allgegenwärtiger Präsenz in den Medien unfair verlaufen sei. Auch seien Wähler eingeschüchtert und bedroht worden, heißt es.

Poster von Aleksandar Vucic (AFP/Getty Images)

Aleksandar Vucic kann seine Wahlplakate nun wieder abbauen lassen

Vucic, der der konservativ-wirtschaftsliberalen Serbischen Fortschrittspartei (SNS) angehört, stand seit 2014 an der Spitze der Regierung. Er will Serbien in die EU führen und zugleich gute Beziehungen zu Russland unterhalten. Beobachter gehen davon aus, dass Vucic nach seinem Wahlsieg die Rolle des Präsidenten stärken und einen treuen Gefolgsmann als Regierungschef einsetzen wird.

wa/stu (afp, dpa)

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