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Nahost

Werden aus Feinden Freunde?

Dem Iran zufolge wird es künftig mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Irak geben. US-Präsident Bush hat bereits angedroht, dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki ins Gewissen reden zu wollen.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki (l.) in Teheran mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Quelle: AP

Iran hat dem Nachbarn Irak Hilfe bei der Stabilisierung des Landes zugesagt

Der Irak steht nach Angaben Teherans kurz vor dem Abschluss eines Vertrages zum Bau einer Öl-Pipeline in die Islamische Republik. Der Rohstoff werde im Iran weiterverarbeitet, die Ölprodukte würden wieder in den Irak geliefert, sagte der erste Vizepräsident des Iran, Pawis Dawudi, am Donnerstag (9.8.) nach einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki der Nachrichtenagentur IRNA.

Iraks Ölminister Hussain al-Schahristani werde deshalb in den nächsten Tagen nach Teheran reisen. Der Irak hatte bereits im Mai Gespräche über eine Öl-Leitung angekündigt, über die täglich 200.000 Barrel in das Nachbarland transportiert werden sollen. Nach jahrzehntelangen Kriegen, Sanktionen und Misswirtschaft ist der Irak auf ausländische Investoren in der Ölbranche angewiesen. Trotz des Ölreichtums ist Benzin im Irak knapp.

Ärger von Bush

Derweil will US-Präsident George W. Bush mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki ein ernsthaftes Gespräch führen, falls dieser bei seinem Besuch in Teheran die Rolle Irans als konstruktiv bezeichnet haben sollte. "Ich glaube nicht, dass die Iraner konstruktiv sind", sagte Bush am Donnerstag in Washington. Er warte jetzt auf das Gesprächsprotokoll des Ministerpräsidenten. Möglicherweise habe al-Maliki ein positives Bild gezeichnet, um die Iraner zu mehr Konstruktivität zu bewegen.

Nach den Worten von Bush weiß der irakische Regierungschef, dass Waffen aus dem Iran in den Irak geschmuggelt und an Extremisten ausgegeben würden. Seine Botschaft an die iranische Führung laute: "Wenn wir euch dabei erwischen, eine schädliche Rolle zu spielen, werdet ihr einen Preis dafür bezahlen", sagte Bush.

Dreitägiges Treffen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki waren am Mittwoch zu einem dreitägigen Treffen in Teheran zusammen gekommen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht neben der Lage im Irak eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Beobachter erwarteten, dass al-Maliki bei seinen Gesprächen mit der Führung des Nachbarlandes auch darauf drängt, dass der Iran die Irak-Gespräche mit den USA fortsetzt.

Erst am Montag hatten Vertreter des Iran, des Irak und der USA in Bagdad über eine Verbesserung der Sicherheitslage in dem von anhaltender Gewalt gezeichneten Zweistromland gesprochen - es war bereits das dritte Treffen dieser Art.

Die Beziehungen zwischen den einstigen Feinden Iran und Irak hatten sich nach dem Einmarsch der US-Truppen im Irak 2003 schrittweise verbessert. Die arabischen Staaten und die USA sehen dies mit Sorge. Die USA werfen dem Iran vor, schiitische Milizen zu unterstützen. Der überwiegend von Schiiten bewohnte Iran weist die Vorwürfe zurück und nennt die US-geführte Invasion von 2003 als Grund für die anhaltende Gewalt im Irak. (kas/ina)

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