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Nahost

Wer ist Nuri al-Maliki?

Der irakische Ministerpräsident kommt nach Berlin - für Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier eine Chance, die Beziehungen zu dem gebeutelten Land zu verbessern. Doch auf wen treffen sie?

Nuri al-Maliki (Quelle: AP)

Seit zwei Jahren im schwierigen Amt: Nuri al-Maliki

Er hat einen der undankbarsten und schwierigsten Jobs der Welt: Nuri al-Maliki lenkt seit gut zwei Jahren die Geschicke des Iraks. Der 58-Jährige hat ein großes Ziel: Versöhnen und Vereinen. Der Irak soll ein starker Staat werden, in dem keine Volks- und Religionsgruppe unterdrückt wird. Und in diesem Ziel sieht er sich unterstützt, "von der Regierung, dem Parlament, den unterschiedlichen politischen Mächte und Sektoren des irakischen Volkes", sagt al-Maliki. Alle wünschten sich, "dass diese Regierung erfolgreich ist und den Irak aus seiner bedrohlichen Sonderposition retten kann." Das waren seine Worte nach der Amtsübernahme im Mai 2006.

Sind die Fortschritte sein Verdienst?

Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Die Kluft zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden - die der Schiit al-Maliki versöhnen wollte - ist weiterhin groß. Dennoch hat sich die Situation im Irak verbessert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erkennt "sichtbare Fortschritte", vor allem in der Sicherheitslage. Die Bevölkerung leidet allerdings noch immer massiv an Treibstoff- und Elektrizitätsmangel und der allgegenwärtigen Korruption.

Von den USA aufgebaut…

Da waren sie sich noch einig: Al-Maliki mit US-Präsident Bush 2006 in Amman (Quelle: AP)

Da waren sie sich noch einig: Al-Maliki mit US-Präsident Bush 2006 in Amman

Lange sah es nicht danach aus, als würde Nuri al-Maliki einmal die irakische Regierung anführen. Während der Herrschaft Saddam Husseins schloss er sich der Oppositionspartei Dawa an, wurde zum Tode verurteilt, floh nach Syrien und koordinierte aus der Ferne die irakische Opposition. Erst 2003, nach dem Sturz des Diktators, kehrte al-Maliki in den Irak zurück und wurde schließlich - unterstützt von den Amerikanern - Ministerpräsident. Sie hatten schließlich dieselben Feinde: Al Kaida und die Baath-Partei. Eine weitere gemeinsame Interesse war die Einschränkung des iranischen Einflusses auf den Irak.

und kritisiert

Mittlerweile ist die Zweckgemeinschaft Amerika-al-Maliki aber brüchig geworden. Die Amerikaner betitelten ihren irakischen Partner inzwischen als zu schwach. Al-Maliki hingegen prangerte wiederholt das oft brutale Vorgehen der US-Soldaten im Irak an.

Ob er nun noch der der richtige Mann für diesen Job ist wird inzwischen bezweifelt - doch politische Alternativen zu al-Maliki gibt es eben im Irak nicht allzuviele.

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