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Bücher

Wer ist eigentlich dieser Kommissar Maigret?

Er ist einer der bedeutendsten Ermittler des 20. Jahrhunderts. Zum 80. Geburtstag bekommt Jules Maigret, die literarische Schöpfung des Schriftstellers Georges Simenon, ein schönes Geschenk: Die Neuauflage aller Romane.

Der französische Schauspieler Jean Gabin als Maigret

Der wohl beste Maigret - Jean Gabin

"Kriminalkommissar Jules Joseph Anthelm Maigret. Erste mobile Einsatztruppe Paris. Polizeimarkennummer 0004." So stellt er sich vor: Kommissar Maigret - erdacht vom belgischen Schriftsteller Georges Simenon, 1929 in einem Café im niederländischen Delfzijl. Glaubt man Simenon, war es eine klassische Schnapsidee:

"Habe ich ein, zwei oder sogar drei kleine Genever mit einem Schuss Bitter getrunken? Jedenfalls sah ich nach einer Stunde, ein wenig schläfrig, allmählich die mächtige, unbewegliche Statur eines Mannes sich abzeichnen, der mir einen rechten Kommissar abzugeben schien." Vier oder fünf Tage später war der Roman "Maigret und Pietr der Lette" fertig und erschien als erstes seiner Bücher unter Simenons richtigem Namen. Aber wer ist seine Hauptfigur? Wer ist dieser Kommissar Maigret?

Nicht elegant, aber aus feinem Tuch

Sein Büro ist karg einrichtet: Ein Schreibtisch, Wandschrank, Landkarte, Waschbecken – ein alter Kanonofen spendet Wärme. Maigret selbst? 45 Jahre, dichtes kastanienbraunes Haar, die Schläfen leicht ergraut. Sein Körperbau ist grobschlächtig, übergroß, knochig. Seine Gestalt kann einen Türrahmen ausfüllen, er wiegt gut 100 Kilo. Seine Kleidung: Nicht elegant, aber gut geschnitten. Er achtet auf sein Äußeres. Mit Mantel und Hut. Kein englischer Schneider, aber alles aus "recht feinem Tuch". Normale Arbeitskleidung für einen Kommissar. Es ist 1929.

Maigret stopft seine Pfeife

Ohne Pfeife geht gar nichts

Maigret beobachtet genau. Bedächtig und abwartend. Als hätte er lediglich das Summen einer Fliege vernommen. Seine Ruhe ist sprichwörtlich. Am Tatort, bei der Ermittlung, im Verhör: Kein Aktionismus. Keine Hektik. Lieber erst einmal die Pfeife stopfen. Denn ohne Pfeife im Mund geht bei Maigret gar nichts. Er sinniert. Er spürt Motive auf. Interessiert sich für die Menschen hinter der Tat – egal ob Täter oder Opfer. Ein intuitiver Ermittler.

Zwiebelsuppe, Pernod und Bier

Maigret ist altmodisch. Er kann kein Auto fahren. Und viele der neuartigen Ermittlungsmethoden kennt er nicht. Seine Art? Nicht unumstritten. Er eckt an, leidet als Einzelkämpfer wenn seine Bemühungen nicht zum Erfolg führen. Zieht sich zurück. In die Wohnung am Boulevard Richard Lenoir zu seiner Frau, die kaum näher beschrieben wird. Oder lieber noch: Ins Cafe oder die Bar. Auf eine Zwiebelsuppe, einen Pernod oder zwei. Am liebsten trinkt er Bier.

Georges Simenon

Nein, das ist nicht Maigret. Das ist sein Erfinder: Georges Simenon

Nahezu jeden seiner mehr als 70 Fälle hat er gelöst. Mit Hut, Mantel und Pfeife. Mit Geduld, Intuition und einem ganz eigenen Interesse am Menschen. 80 Jahre nach der Erstveröffentlichung werden die Maigret-Romane in Neuübersetzung wieder veröffentlicht. (mb)

Ab April 2008: Start der Maigret-Gesamtausgabe in 75 Bänden. Jeden Monat vier neue Fälle im Diogenes Verlag.

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