1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

5.7.2004 - Tag der Wahrheit in Frankfurt am Main: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will über die Nachfolge von Teamchef Rudi Völler entscheiden. Aber es stehen wohl noch weitere Personalfragen an.

default

Noch keine klare Aussage:
Otto Rehhagel

Namen wurden in den letzten Tagen reichlich gehandelt. Und wer nicht von anderen vorgeschlagen wurde, hat sich halt einfach selber ins Spiel gebracht. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten - immerhin geht es nicht nur um Kandidaten, sondern auch um die Verbandsfürsten im DFB-Präsidium, die nach dem Flop mit Ottmar Hitzfeld schnellstmöglich über einen neuen Teamchef entscheiden sollen.

Mayer-Vorfelder

Der (Noch-) Herr der Bälle: DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder

"Ich werde mir alle Vorschläge anhören, und dann hoffe ich, dass wir zu einer einvernehmlichen Lösung kommen", erklärte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder am Wochenende in Lissabon. Der 71-Jährige "Sonnenkönig" wird sich auf dieser Sitzung noch viel mehr anhören müssen: Wegen seiner diversen Alleingänge und seiner selbstherrlichen Amtsführung werden viele unbequeme Fragen auf ihn zukommen. Seine Tage beim DFB scheinen gezählt.

Noch wichtiger als diese Personalie ist aber, wer beim ersten Länderspiel der Saison am 18. August in Wien gegen Österreich auf der Bank der Nationalmannschaft sitzt. "Es geht mir auf den Keks, dass sich alles um diesen Verbandskram dreht und nicht um den deutschen Fußball. Deutschland interessiert, wer neuer Bundestrainer ist", gab Ex-Fußballtrainer Udo Lattek die Meinung der breiten Öffentlichkeit wieder.

Blick über den nationalen Tellerrand

Matthäus

Lothar Matthäus will - aber will ihn der DFB?

Auch am Wochenende wurden wieder die üblichen Verdächtigen ins Spiel gebracht, in dem ehemaligen Beckenbauer-Assistenten Holger Osieck von DFB-Vizepräsident Engelbert Nelle aber auch ein neuer Kandidat. Der 55-Jährige erklärte allerdings inzwischen, dass er nicht zur Verfügung stehe. "Ich stehe seit dem 1. Mai bei der FIFA unter Vertrag und möchte diesen Vertrag auch langfristig erfüllen."

Dafür erklärte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus immer wieder, dass das Bundestraineramt trotz seines laufenden Vertrages als ungarischer Nationalcoach bis 2006 auch für ihn "eine reizvolle Aufgabe" sei. Der 43-Jährige machte zudem reichlich Werbung in eigener Sache: "Ich kann mit Spielern umgehen." Und junge Spieler, mit denen man bis zur WM 2006 in Deutschland einiges bewegen kann, gäbe es genug. Nur: Erfolge als Trainer hat "Lodda" bisher noch nicht vorzuweisen.

Winfried Schäfer, Trainer, Kamerun

Könnte Winfried Schäfer eine Alternative sein?

Der Name Daum spielt angeblich keine Rolle mehr, zudem Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge noch einmal klar stellte, dass die Personalie Christoph Daum nicht mehrheitsfähig ist. Das wäre "gegen den Willen der Bundesliga". Immer mal wieder genannt wird auch der Name Winfried Schäfer, der erfolgreiche Nationaltrainer Kameruns. Und es wird sogar, völlig neu für Deutschland, ein Blick über den nationalen Tellerrand riskiert: Dänemarks Coach Morten Olsen und der Niederländer Guus Hiddink sitzen nach wie vor auf dem Kandidatenkarussell. Endgültig abgestiegen ist dagegen Rudi Völler, der einen Rücktritt vom Rücktritt ausschloss.

Rückfall in die Steinzeit?

Trainer-Fossil Otto Rehhagel ist zwar nach wie vor die wahrscheinlichste Option - zumindest als Übergangslösung bis zur WM 2006. Aber Fachleute wie Lattek und Paul Breitner warnen eindringlich davor, den griechischen Volkshelden auf die deutsche Bank zu setzen. "Unsere Zukunft kann nicht die Vergangenheit sein", mahnte Breitner und gab damit die Meinung der meisten Experten wider, die eine Verpflichtung des 65-jährigen Rehhagel als einen Rückfall in die Steinzeit betrachten.

"Rehhakles", angeblich die neue Nummer eins auf der Liste der DFB-Krisenmanager und bei einer Forsa-Umfrage mit 38 Prozent deutlich vor Christoph Daum und Matthäus platziert, zaudert in gewohnter Manier. Kein klares Ja zu Deutschland, kein klares Nein zu Griechenland, das er zu WM nach Deutschland führen soll. Rehhagel ist ab Dienstag auf Heimaturlaub in Deutschland und könnte dann konkret gebeten werden.

Die Redaktion empfiehlt