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Kultur

Wer folgt auf Johannes Paul II.?

Die Wahl des neuen Papstes beginnt am 18. April. 117 Kardinäle aus aller Welt bestimmen den Nachfolger für Johannes Paul II. Offizielle Kandidaten gibt es nicht, dennoch kursieren einige Namen.

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Die Qual der Wahl

Michelangelo, Sixtinische Kapelle

Sixtinische Kapelle

"Papabile" sind viele - gewählt wird nur einer. Ein Kriterium ist das Herkunftsland. Eine wichtige Rolle spielen auch politische Faktoren: Ist der Kandidat konservativ oder liberal, ein Brückenbauer oder ein Dogmatiker? Oder ganz profane Dinge wie die Frage, ob ein Kandidat die Vatikan-Bürokratie beherrschen wird.

Allerdings kommt es im Konklave meist ganz anders, als so mancher denkt: Viele Päpste sind Oberhaupt der katholischen Kirche geworden, weil sich die Kardinäle nicht auf einen Favoriten einigen konnten und ein Kompromisskandidat das Rennen machte. Dennoch: Einige Namen werden immer wieder genannt:

Kardinal Francis Arinze Galeriebild

Der nigerianische Kardinal Francis Arinze

Francis Arinze (Nigeria)
Er wäre der erste Afrikaner auf dem Heiligen Stuhl nach Gelasius I. im späten fünften Jahrhundert. Der 72-Jährige gilt als Spezialist für die Beziehungen zum Islam - eine Frage, mit der sich auch der nächste Papst beschäftigen muss.

Jorge Mario Bergoglio (Argentinien)
Der 68-jährige Kardinal von Buenos Aires, ein einflussreicher Jesuit, gilt als reserviert und bescheiden. Soll der konservativen Bewegung "Communion and Liberation" nahe stehen.

Gioacomo Biffi (Italien)
Der Erzbischof von Bologna (76) gilt als Repräsentant des konservativen Lagers. Gegner der Zuwanderung aus "fremden" Kulturkreisen: "Ein Recht auf Invasion gibt es nicht."

Godfried Danneels (Belgien)
Der 71-jährige Erzbischof von Mechelen und Brüssel gilt als moderat. Hat sich in vielen Fragen (wie Vatikan-Ämter für Frauen) offener gezeigt als Johannes Paul II.

Ivan Dias (Indien)
Erzbischof von Bombay, Jahrgang 1936. Hat in vielen Reden die konservativen Lehren der Kirche zu Moral, Abtreibung und Homosexualität verteidigt.

Kardinal Dario Castrillion Hoyos Galeriebild

Kardinal Dario Castrillon Hoyos (Kolumbien)

Dario Castrillion Hoyos (Kolumbien)
Der 75-jährige Kardinal gilt als einer der erfahrensten Kandidaten und könnte deswegen im "richtigen" Alter sein. Spielte eine herausragende Rolle beim Kampf gegen die Befreiungstheologie in Lateinamerika.

Claudio Hummes (Brasilien)
Der 70-jährige Erzbischof von São Paulo galt einst als Rebell, heute jedoch als moderat bis konservativ. Gilt als "Verteidiger der Armen".

Walter Kasper (Deutschland)
Der 72-Jährige leitet das Sekretariat für die Einheit der Christen im Vatikan. Gilt als theologisches und kirchenpolitisches Schwergewicht und Verfechter der Ökumene.

Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (Honduras)
Mit 62 Jahren ist der Erzbischof von Tegucigalpa einer der jüngsten Teilnehmer des Konklaves. Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Gilt als "zu jung" - da die meisten Kardinäle nicht wieder so ein langes Pontifikat wünschen wie bei Johannes Paul II.

Kardinal Joseph Ratzinger Galeriebild

Kardinal Joseph Ratzinger

Joseph Ratzinger (Deutschland)
Der bald 78-Jährige genießt hohes Ansehen, hat sich aber auch als oberster Glaubenshüter den Ruf eines besonders dogmentreuen Konservativen erworben. Gilt vielen als denkbarer "Übergangspapst".

Giovanni Battista Re (Italien)
Einer der engsten Vertrauten des verstorbenen Papstes. Der 71-Jährige, bisher Vorsitzender der Bischofskongregation, gilt als einer der besten Vatikan-Kenner.

Kardinal Christoph Schönborn Wien Galeriebild

Kardinal Christoph Schönborn

Christoph Schönborn (Österreich)
Der 60-jährige Erzbischof von Wien gilt wegen seiner Kommunikationsfähigkeiten und seines diplomatischen Geschicks als guter Kandidat, aber auch als "sehr jung".

Angelo Scola (Italien)
Der Patriarch von Venedig ist unter den italienischen Kardinälen. Er ist erst 63 Jahre alt, gilt als moderat und soll die Unterstützung des einflussreichen Ordens Opus Dei haben.

Angelo Sodano (Italien)
Topdiplomat des Vatikans, war zu Lebzeiten von Johannes Paul II. zweithöchster Mann im Kirchenstaat. Der 77-Jährige gilt als farbloser Bürokrat.

Dionigi Tettamanzi (Italien)
Der 71-jährige Erzbischof von Mailand gilt als konservativer Intellektueller, als guter Pfarrer, als jemand, der frische Ideen mitbringen könnte. Der "kleine Lombarde" wird nicht nur in Kardinalskreisen, sondern auch bei den Buchmachern hoch gehandelt.

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